Infolge von Corona hat Lufthansa Rekord-Verluste verzeichnet. Im Herbst sollte es wieder aufwärts gehen für den Konzern, doch die Aussichten für den internationalen Luftverkehr haben sich wieder deutlich eingetrübt. Das Unternehmen hat nun das dritte Paket seines Restrukturierungsprogramms beschlossen.

Die Erholung des Luftverkehrs vollzieht sich langsamer als noch im Sommer prognostiziert wurde. Die Aussichten für den internationalen Luftverkehr haben sich in den vergangenen Wochen wieder eingetrübt: Passagier- und Buchungszahlen gehen zurück, nachdem in den Monaten Juli und August noch leichte Erholungstendenzen spürbar waren. Deshalb hat der Vorstand der Deutschen Lufthansa AG  das dritte Paket des konzernweiten Restrukturierungsprogramms „ReNew“ beschlossen. Dieses sieht noch tiefere Einschnitte bei Flottengröße und für Personal vor: Der Kapazitätsausblick wird nochmals nach unten korrigiert und die Anpassung der dauerhaften Personalstärke in den Flugbetrieben wird an die weitere Marktentwicklung angepasst. Die überarbeitete Finanzplanung sieht trotz des eingetrübten Ausblicks vor, die Mittelabflüsse durch striktes Kostenmanagement weiter zu senken. Der Liquiditätsabfluss soll von aktuell rund 500 Millionen Euro pro Monat auf durchschnittlich 400 Millionen pro Monat im Winter 2020/21 gesenkt werden.  Darüber hinaus soll im ersten Quartal 2021 die  Anzahl von Leitungspositionen um 20 Prozent reduziert werden. Ebenso werden die Verwaltungsflächen überprüft und sollen in Deutschland um 30 Prozent reduziert werden.

Droht Lufthansa Cargo die Eingliederung in den Mutterkonzern?

Laut dem Portal cargoforwarder.eu wurde ebenfalls eine Eingliederung von Lufthansa Cargo in das Passagier-Geschäft ernsthaft in Erwägung gezogen. Diese wurde aber letztendlich doch nicht bekannt gegeben. „Im Moment ist angesichts unserer dramatischen finanziellen Situation alles denkbar, sagte dem Portal gegenüber ein Lufthansa-Manager als er zu der Option befragt wurde.

Die ersten Restrukturierungssmaßnahmen mit dem Ziel die Liquidität des Unternehmens zu sichern wurden vom Konzern im Juni beschlossen. Seitdem arbeiten die Unternehmen der Lufthansa Group daran, ihre Geschäftstätigkeit wieder hochzufahren. Damals haben sich die Aktionäre der Deutschen Lufthansa AG  für die Annahme der Kapitalmaßnahmen und der Beteiligung des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) der Bundesrepublik Deutschland an der Gesellschaft ausgesprochen: Der WSF hat Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro beigetragen. Darüber hinaus wurden Stabilisierungsmaßnahmen und Kredite von bis zu 9 Milliarden Euro beschlossen. Durch die Kapitalerhöhung wurde der Staat zum größten Aktionär der Gesellschaft.

Die Entscheidung unserer Aktionäre sichert der Lufthansa eine Perspektive für eine erfolgreiche Zukunft. Im Namen unserer 138.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter danke ich der deutschen Bundesregierung und den Regierungen unserer weiteren Heimatländern für Ihre Bereitschaft, uns zu stabilisieren. Wir Lufthanseaten sind uns unserer Verantwortung bewusst, die bis zu 9 Milliarden so schnell wie möglich an die Steuerzahler zurückzuzahlen, sagte damlas Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG.

Foto:Lufthansa AG

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