Diese Woche hat die belgische Polizei den Sitz des Transportunternehmens Van Steenbergen aus Arendonk in der Provinz Antwerpen durchsucht. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung, die staatliche Kontrolldienste im Zusammenhang mit Informationen über Sozialdumping eingeleitet haben, zu dem nach Angaben des belgischen Verbandes BTB-ABVV in der Firma mehrmals gekommen sei. Die Opfer der Verstöße waren LKW-Fahrer aus Bulgarien und Rumänien.

BTB-ABVV, eine Organisation, die unter anderem Mitarbeiter des Transportsektors vertritt, interessierte sich für die Situation der Trucker aus Van Steenbergen, nachdem sie den Verabnd Ende 2018 kontaktiert hatten. Fahrer aus Rumänien und Bulgarien mussten Dokumente auf Englisch unterschreiben, in denen sie sich bereit erklärten, ihre Tagegelder zu kürzen. Sie wollten dem aber nicht zustimmen und wandten sich an den BTB-BTB, damit der Verband weitere Schritte gegen das Unternehmen unternimmt, heißt es auf der Website der Organisation.

„Wir haben die Fahrer des Unternehmens und Kontrolldienste miteinander kontaktiert sowie Informationen bereitgestellt, die wichtige Dokumentation für die Aufsichtsbehörden darstellen”, sagte Tom Peeters, stellvertretender Bundessekretär für Straßengüterverkehr und Logistik bei BTB.

Die von den belgischen Kontrollbehörden eingeleitete Untersuchung wurde aufgrund von Informationen eingeleitet, die der Verband den Beamten zur Verfügung stellte. Eine weitreichende Untersuchung betrifft Sozialdumping und Sozialbetrug. Laut „Gazet Van Antwerpen” wurden die Durchsuchungen nicht nur in Van Steenbergen, sondern auch an dreizehn anderen Orten durchgeführt. Das Portal fügt hinzu, dass vier Personen aus der Familie Van Steenbergen festgenommen wurden und vor Gericht stehen werden. Unter Verdacht, an diesen illegalen Praktiken beteiligt zu sein, stehen jedoch insgesamt vierzehn Personen.

Der Verband BTB-ABVV berichtet, dass die 1919 gegründete Van Steenbergen-Gruppe eines der größten Transportunternehmen in Kempen ist. In Bezug auf den Cashflow belegt sie Platz 206 unter den 500 größten belgischen Transportunternehmen. Belgische Medien schreiben, dass folgende zwei Unternehmen zu der Gruppe gehören: Van Steenbergen Logistics und Arendonk Transport, deren Gesamtwert sich auf 3,3 Millionen Euro beläuft.

Interessanterweise, wie der Verband angibt, sieht es so aus, als ob das Unternehmen in Belgien nur fünf Mitarbeiter hätte. Die Firma arbeitet jedoch über Briefkastenfirmen, die rumänische und bulgarische Fahrer beschäftigen. Und so werden Lkw-Fahrer bei Q Trucking Slovensko auf der Grundlage slowakischer Arbeitsverträge für 500 EUR brutto pro Monat beschäftigt. Die Lkw werden wiederum von der portugiesischen Firma Viana Fernandes registriert.

Van Steenbergen stand schon vorher unter der Lupe des Verbandes

Der BTB-ABVV weist darauf hin, dass Van Steenbergen seit einiger Zeit unter der Lupe seiner Mitarbeiter stand. Das von der Organisation erstellte vierte und jüngste „Schwarze Buch des Sozialdumpings” von 2019 beschreibt ausführlich, wie Van Steenbergen das Sozialdumping und die Ausbeutung von Fahrern organisiert.

Der belgische Verband kämpft seit über 10 Jahren gegen unehrliche und illegale Transportunternehmen. Er ermutigt die Fahrer ständig, keine Angst zu haben, Fälle von Missbrauch durch Arbeitgeber zu melden. „Ihre Aussagen und Erklärungen sowie alle Informationen, die wir an die Aufsichtsbehörden weitergeben können, führen dazu, dass unehrliche Transportunternehmen irgendwann gefasst und verurteilt werden”, heißt es auf der BTB-ABVV-Website.

Wir freuen uns sehr, dass es zu einer Durchsuchung von Van Steenbergen gekommen ist. Dies zeigt, dass unsere Forderung nach mehr Mitarbeitern und Ressourcen für die Aufsichtsbehörden und die besondere Verantwortung des Arbeitsministers für Sozialdumping für einen gesunden Verkehrssektor unerlässlich sind. Dies ist der einzige Weg, um unehrliche Unternehmen loszuwerden und sicherzustellen, dass die Fahrer fair bezahlt werden, fasste Tom Peeters zusammen.

Foto: BTB-ABVV

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