Im April hat der Rat die neuen Vorschriften über elektronische Frachttransportinformationen angenommen, jetzt wurde die Verordnung vom Europäischen Parlament verabschiedet. Ein wichtiger Schritt in Richtung Digitalisierung im Güterverkehr und der Güterlogistik.

Die elektronische Frachttransportinformationen sollen es Güterverkehrsunternehmen erleichtern, den Behörden Informationen in digitaler Form zu übermitteln. Darüber hinaus bedeuten sie für Unternehmen erhebliche Kosteneinsparungen, mehr Effizienz und Nachhaltigkeit.

Die Abstimmungen über die elektronische Frachttransportinformationen haben in Brüssel zwei Jahre gedauert. Am 26. November 2019 haben der Vorsitz und das Europäische Parlament eine vorläufige Einigung erzielt. Der vereinbarte Text wurde am 18. Dezember 2019 von den Botschaftern der Mitgliedstaaten im Ausschuss der Ständigen Vertreter (AStV) gebilligt, und der Rat hat die politische Einigung am 18. Februar 2020 bestätigt, im April vom Rat angenommen, um jüngst vom Europäischen Parlament verabschiedet zu werden.

Einheitlicher Rechtsrahmen soll geschaffen werden

Mit den neuen Vorschriften wird ein einheitlicher Rechtsrahmen für die Verwendung elektronischer Frachtbeförderungsinformationen bei allen Verkehrsträgern geschaffen. Alle zuständigen Behörden werden künftig dazu verpflichtet sein, auf zertifizierten Plattformen elektronisch bereitgestellte Informationen zu akzeptieren, wenn sich die Unternehmen für die Verwendung eines solchen Formats für die Bereitstellung von Informationen als Nachweis der Erfüllung rechtlicher Anforderungen entscheiden.

eFTI soll auf einem standardisiertem Rahmen zu Daten, Dienstleistungen und Technik, der in den nächsten 30 Monaten in delegierten Rechtsakten vereinbart und festgelegt werden soll, basieren. Die  Verordnung soll in vier Jahren zur Anwendung kommen und geltendes Recht für jeden EU-Staat werden.

Digitalisierungstreiber für den Logistikstandort Europa

Besonders begrüßt wurde die Verabschiedung der EU-Verordnung zur elektronischen Frachtinformation (eFTI) durch das Europäische Parlament vom Deutschen Verkehrsforum.

Die Europäische Kommission und die deutsche Bundesregierung haben die Chance, die EU-Verordnung zur elektronischen Frachttransportinformation (eFTI) zu einem Digitalisierungstreiber für den Logistikstandort Europa zu machen. In einem ersten Akt sollte dazu der elektronische Frachtbrief (e-CMR) europaweit umgesetzt werden, das ist in Deutschland noch nicht vollzogen. Zudem müssen besonders kleine und mittlere Unternehmen an der Digitalisierung der Frachtinformationen unterstützt werden. Beispielsweise könnte die Programmierung von Schnittstellen und die Anschaffung von Hardware im Zuge des deutschen Konjunkturpaketes öffentlich gefördert werden. Damit würde die Bundesregierung nicht nur kurzfristige Konjunkturwirkungen entfachen, sondern gleichzeitig mittel- bis langfristige Wachstumsimpulse unterstützen. Gleichermaßen gilt es, die Unternehmen, die ihre digitalen Hausaufgaben gemacht haben, mit ihren bestehenden Systemen möglichst bürokratiearm und nahtlos an eFTI anzubinden, erklärt Dr. Florian Eck, Geschäftsführer des Mobilitätsverbands der deutschen Wirtschaft DVF.

Laut Eck ist die Verabschiedung eine wichtiger Schritt, um die  Digitalisierung des Sektors europaweit voranzutreiben.

Die EU-Verordnung lässt viel Gestaltungsspielraum, der jetzt durch delegierte Rechtsakte aus Brüssel gefüllt werden soll. Es ist wichtig, dass der Logistiksektor hier mit seiner Expertise eingebunden wird. Denn umgekehrt besteht auch das Risiko, den Standort Europa durch einen Zertifizierungsmarathon, überzogene Systemanforderungen oder langwierige Verhandlungen zu Datenstandards lahmzulegen, sagt er.

Foto:Pixabay

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