Großbritannien befindet sich nun seit fünf Tagen außerhalb des EU-Binnenmarkts, und bisher gab es keine Anzeichen für Lieferstörungen. Dies kann sich jedoch in den nächsten 14 Tagen ändern, weil die Anzahl der Kanal überquerenden Lastwagen steigt.

In den letzten Tagen waren die Häfen ruhig, und abgesehen von einzelnen Fällen, in denen zusätzliche Überprüfungen erforderlich waren, scheint alles trotz der düsteren Vorhersagen und Warnungen vor kilometererlangen Staus ziemlich reibungslos zu verlaufen.

Viele Branchenexperten betonen, dass es zwar eine Vielzahl von Gründen gibt, warum der gesamte Prozess bisher ohne größere Probleme verlief, aber warnen auch davor, dass sich die Situation in den nächsten 14 Tagen ändern kann. Stockender Verrkehr sei demnach nicht auszuschließen.

Ruhiger Start in das neue Jahr

Der erste Grund bestand vor allem darin, dass der 1. Januar ein Feiertag ist. Überdies fiel er dieses Jahr kurz vor dem Wochenende. Darüber hinaus ist der Jahresbeginn traditionell ohnehin ruhig, unabhängig von COVID-19 oder Brexit. Daher war auch die Anzahl der Lastwagen, die über den Ärmelkanal fuhren, viel geringer als normal.

Brexit-Vorräte

In Erwartung von Störungen oder sogar fehlendem Brexit-Abkommen haben viele Unternehmen im Dezember viel größere Aufträge als normal erteilt, um ihre Lieferketten resilienter zu machen. Dies war auf den Straßen in Kent offensichtlich, bevor die Situation an der französischen Grenze Chaos verursachte.

Irische Frachtführer meiden die britische Landbrücke

Zusätzlich zu den oben genannten Faktoren wurde irischen Frachtführern geraten, die britische Landbrücke vollständig zu meiden, was bedeutet, dass eine beträchtliche Anzahl irischer Lastwagen sich dafür entschieden hat, keine Eurotunnel- oder Dover-Calais-Fähren zu verwenden. Stattdessen nutzen sie die neu eingeführten Services Frankreich-Irland.

Viele Speditionen und Transportunternehmen wollen einige Zeit abwarten

In Erwartung großer Störungen an der Grenze haben viele Transportunternehmen beschlossen, in den ersten ein bis zwei Wochen des Jahres keine Transporte zwischen der EU und Großbritannien durchzuführen. Einige Spediteure möchten wissen, wie die Situation aussieht, bevor sie sich zu Lieferungen über den Ärmelkanal verpflichten.

Rod McKenzie von der RHA teilte gegenüber der Times mit, er erwarte, dass sich der Cross-Channel-Verkehr zwischen dem 4. und 15. Januar aufbauen wird.

In der Zwischenzeit hat die britische Regierung zusätzliche Maßnahmen für den Fall ergriffen, dass längere Lkw-Staus eintreten. Am späten Silvesterabend stellte sich heraus, dass das Verkehrsministerium das White Cliffs-Gelände in Dover übernommen hatte, um es für einen LKW-Park zu nutzen.

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Foto: Pkuczynski / Wikimedia Commons

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