Die Helrom GmbH hat das im Juli 2025 eingeleitete Insolvenzverfahren erfolgreich abgeschlossen. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde der Insolvenzplan am 20. Januar vom Amtsgericht Frankfurt am Main rechtskräftig bestätigt. Damit ist der Restrukturierungsprozess abgeschlossen, der das auf intermodalen Schienengüterverkehr spezialisierte Unternehmen finanziell und strukturell neu aufstellen sollte.
Investoren setzen auf Sanierungserfolg
Hinter dem erfolgreichen Abschluss steht insbesondere der Mehrheitseigner HRG. Die Investorengruppe mit Branchenerfahrung im Bahn- und Industriesektor hat nicht nur den Gesellschafterkreis erweitert, sondern mit der neu gegründeten Helrom Holding Limited auch die operative Kontrolle neu geordnet. Laut Helrom wird die Holding durch Keith Heller, Thomas W. Rissman, Albert Enste und CEO Roman Noack vertreten.
Noack spricht von einer “großen Herausforderung” für das gesamte Unternehmen in den letzten Monaten. “Umso wichtiger ist, dass wir nun auf einer finanziell gestärkten Basis und mit einer stabilen Struktur nach vorne blicken können”, so der Mitgründer. Im Zentrum des künftigen Handelns stehe das operative Geschäft: “zuverlässige Verbindungen, hohe Servicequalität und die konsequente Verlagerung von Transporten auf die Schiene.”
Greenbrier, DAL und SocGen bleiben an Bord
Ein wichtiger Bestandteil der neuen Struktur ist die anhaltende Zusammenarbeit mit zentralen Partnern: Die US-amerikanische Greenbrier Companies, die DAL Deutsche Anlagen-Leasing und die französische Großbank Société Générale. Alle drei hatten Helrom bereits in der Vergangenheit bei Fahrzeugfinanzierungen unterstützt und sind nun auch Teil des Restrukturierungsplans.
Rückblick: Von Wachstum zu Cashlücke
Helrom hatte im Mai 2025 noch eine Finanzierungsrunde über 32,9 Millionen Euro bekanntgegeben und eine Expansion des Streckennetzes in Aussicht gestellt. Nur Wochen später meldete das Unternehmen Insolvenz an. Als Grund wurde eine kurzfristig nicht schließbare Finanzierungslücke genannt, insbesondere im Bereich des Eigenkapitals.
Der seither laufende Investorenprozess unter Leitung von Insolvenzverwalter Rittmeister und PwC dauerte rund drei Monate länger als geplant. Zusätzlich erschwerte eine Streckensperrung im Rahmen der Generalsanierung das operative Geschäft. So musste unter anderem ein Vorzeigeprojekt für Audi eingestellt werden.
Blick nach vorn: Stabilisierung und Skalierung
Laut Unternehmensangaben soll der Fokus in den kommenden Monaten auf der Stabilisierung bestehender Verbindungen liegen. Zugleich will Helrom das eigene Modell weiter skalieren. „Die Voraussetzungen wurden geschaffen, um das Geschäftsmodell langfristig stabil und skalierbar weiterzuentwickeln“, heißt es in der offiziellen Mitteilung.
CEO Noack dankte ausdrücklich dem Team um Insolvenzverwalter Thomas Rittmeister sowie den eigenen Mitarbeitenden für ihren Einsatz in der Krise. Die Fortführung des Geschäftsbetriebs während des Verfahrens sei nur durch deren Engagement möglich gewesen.
Die intermodale Technologie von Helrom bleibt weiterhin das Alleinstellungsmerkmal: Der Transport nicht-kranbarer Trailer ohne Terminalinfrastruktur gilt als innovativer Baustein für die Schienenverlagerung. Ob der Neustart gelingt, dürfte sich in einem angespannten Marktumfeld bald zeigen. Die Richtung ist zumindest vorgegeben.









