In diesen schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie ist es wichtig, die Menschen zu honorieren, die trotz all der Risiken weiterarbeiten und sich viel Mühe geben, damit alle Gesellschaften mit lebenswichtigen Produkten, Bedarfsartikeln, Medikamenten und frischen Lebensmitteln ununterbrochen versorgt werden können. Heute, anlässlich des Internationalen Tages des Fahrers, möchten wir uns bei besonderen Helden, allen Lkw-Fahrern, für ihren Mut und ihr Engagement bedanken. Davon, inwieweit sie sich opfern können, zeugt eine bewegende Story von Ben McKeown, dem britischen Lkw-Fahrer, der seit fünf Wochen  in seiner Lkw-Kabine wohnt, um seine Kinder und Partnerin vor dem Coronavirus zu schützen.

Bei langen, internationalen Fahrten in die Länder, die von dem Coronavirus besonders stark betroffen wurden, steht auf dem Spiel nicht nur die Gesundheit der Fahrer. Ein zusätzliches Risiko, das sie auf sich nehmen, ist eine viel höhere Ansteckungswahrscheinlichkeit für ihre Familien und den engsten Freundeskreis. Dazu kommen oft noch Heimweh und ungenügende sanitäre Bedingungen. Berufskraftfahrer, die in der gegenwärtigen Situation einen systemrelevanten Beitrag leisten, sind zweifellos Helden der Corona-Pandemie. Zu dieser Heldengruppe der Truckers gehört auch der Brite Ben McKeown, der seit fünf Wochen in der Lkw-Kabine wohnt, um seine Nächsten dem Ansteckungsrisiko nicht auszusetzen.  Über seine Geschichte berichtet das britische Nachrichtenportal SkyNews.

In den letzten fünf Wochen hat der LKW-Fahrer aus Carmarthenshire in Wales in einer knapp zwei Meter breiten Lkw-Kabine erfolgreich gearbeitet und gelebt. Sein einziger Kontakt mit seinen drei kleinen Kindern war ein täglicher Videoanruf und ein kurzer Blick durch ein Fenster, wenn er nach Hause zurückkehrte, um seine Tasche mit Wäsche abzugeben.

Ich habe zwar meine Partnerin Nicola gesehen, aber wir haben dafür gesorgt, dass der Abstand von zwei Metern eingehalten wird, sagt McKeown. Es ist eine Sicherheitssache, fügt er hinzu.

Die Entscheidung über seinen temporären Lockdown trafen sie gemeinsam. Sie befürchteten, dass er das Coronavirus aufgrund der durchgeführten Fernfahrten nach Hause bringen und die Kinder infizieren könnte. Auf dem Spiel steht das Leben seines jüngsten Sohns, der 10 Wochen zu früh geboren wurde und erst drei Monate alt ist.

Außer ein paar Nächte, die McKeown in dem Wohnwagen seines Freundes verbrachte, schlief er sonst in der Lkw-Kabine. Ob er darüber klagt? Von wegen! Er sei eher dafür dankbar, dass er einen Chef hat, der ihn die ganze Zeit unterstützt und dieser Idee zugestimmt hat. Überdies sorgt er die ganze Zeit dafür, dass die Lkw-Kabine makellos sauber bleibt und wirklich einem Zuhause ähnelt. Daher schläft der Brite auf einem Kissen mit der Aufschrift:

Papa, du bist die Nummer eins.

Obwohl er, wie auch die meisten Lkw-Fahrer, es gewohnt ist, längere Zeit weit weg von zu Hause zu leben, hätte er nie gedacht, dass er sich in so einer Lage befinden könnte.

Ich habe mich nie dafür angemeldet”, sagt McKeown. „Aber ich werde alles tun, um meine Familie zu schützen. Auch wenn es mehrere Jahre dauern müsste, stellt er fest. 

Das Heimweh macht die ganze Situation nicht leichter. Er vermisst all die Momente, die im Laufe dieser fünf Wochen, von ihm verpasst wurden: die erste erfolgreiche selbständige Fahrradfahrt seines älteren Kindes oder die ersten Schritte der Tochter. Der Mann macht sich aber keine Sorgen für die Zukunft, weil er vorher eine starke Beziehung zu den Kleinen entwickelte.

Als internationaler Fahrer wusste ich doch, worauf ich mich in Bezug auf fehlende Momente einließ, betont er. 

Mit seiner Geschichte sucht McKeown nicht nach Sympathie, sondern wünscht sich mehr Bewusstsein bezüglich der besonderen Arbeit, die von Lkw-Fahrer geleistet wird.

Ich habe Leute getroffen, die so nett zu mir waren, aber es gibt auch solche, die gar nicht wissen, woher ihr Essen kommt und wie es dort gelangt, erklärt er.

Der britische Fahrer hofft auch darauf, dass in der Zukunft ohnehin bessere Bedingungen für LKW-Fahrer geschaffen werden. Er vertritt die  Meinung, dass das Duschen in den bestehenden sanitären, oft schmutzigen, Anlagen derzeit teuer und unangenehm ist. Überdies traf er auch solche, die zu der Pandemie-Zeit gesperrt waren. Das versteht er nicht und fragt sich, wie es dazu kommen kann, dass die Grundbedürfnisse der Fahrer, die einen systemrelevanten Beitrag leisten, nicht erfüllt werden. 

Sobald die Lockdown-Lockerungen eingeführt werden, will er endlich nach Hause zurückkehren. Dies macht er aber erst dann, wenn er sich völlig sicher sein wird, dass er keine Gefahr für die Familie darstellt.

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