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DAF bringt elektrische Fernverkehrs-Lkw mit echter Flaggschiff-Kabine auf den Markt

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DAF bringt seine größte Fernverkehrskabine mit dem neuen XG und XG+ Electric in die Elektrowelt, mit dem Ziel zu zeigen, dass batterieelektrische Lkw nicht länger auf Tagestouren und beengte Schlafkabinen beschränkt sind.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Dies ist kein Elektro-Lkw, der nur für innerstädtische Lieferungen oder kurze regionale Rundläufe konzipiert wurde. Durch die Kombination einer vollwertigen XG-Kabine mit einem batterieelektrischen Antriebsstrang testet DAF Trucks, ob Elektro-Lkw in dieselben Einsatzmuster passen können wie konventionelle Fernverkehrsfahrzeuge.

Die wichtigste Veränderung gegenüber früheren Elektro-Lkw ist die Kabine. Der XG und XG+ Electric nutzen dieselbe Kabinenarchitektur wie DAFs längste Diesel-Lkw, statt einer verkürzten oder angepassten Schlafkabine. Im Vergleich zum XF ist die Kabine 33 Zentimeter länger und höher, wodurch ein gesamtes Innenraumvolumen von 12,5 Kubikmetern entsteht.

Innen gibt es genug Kopffreiheit, um aufrecht zu stehen – mit einer Stehhöhe von bis zu 2,2 Metern. Das Bett ist über die gesamte Länge 80 Zentimeter breit, was für Fahrer wichtig ist, die mehrere Nächte im Lkw verbringen, statt täglich nach Hause zurückzukehren.

Die wichtigste Veränderung gegenüber früheren Elektro-Lkw ist die Kabine.

Die wichtigste Veränderung gegenüber früheren Elektro-Lkw ist die Kabine. Bildnachweis: DAF

Antriebsstrang für Autobahneinsatz ausgelegt

Der XG und XG+ Electric werden vom elektrischen Antriebsstrang PACCAR EX-D2 angetrieben und liefern zwischen 270 und 350 kW sowie bis zu 2.400 Nm Drehmoment. Anders als viele Elektro-Lkw, die auf ein einstufiges Setup setzen, nutzt dieses System zwei Elektromotoren in Kombination mit einem Dreigang-Getriebe.

Die Idee ist, den Energieverbrauch bei Autobahngeschwindigkeiten und unter höheren Lasten unter Kontrolle zu halten.

Der XG und XG+ Electric werden vom elektrischen Antriebsstrang PACCAR EX-D2 angetrieben

Der XG und XG+ Electric werden vom elektrischen Antriebsstrang PACCAR EX-D2 angetrieben. Foto: DAF

DAF bietet den XG und XG+ Electric mit drei bis fünf Batteriepacks an, die modular am Fahrgestell montiert sind. Die Konfiguration kann je nach Einsatz gewählt werden: weniger Batterien für höhere Nutzlast und schnelleres Laden oder mehr Batterien für längere Strecken zwischen den Ladestopps.

Mit fünf Batteriepacks gibt DAF an, dass der Lkw mehr als 500 Kilometer mit einer einzigen Ladung zurücklegen kann. Wichtiger ist jedoch, dass das Unternehmen das Fahrzeug auf den täglichen Betrieb ausrichtet statt auf einmalige Reichweitenwerte. Mit geplanten Ladevorgängen während der Pausen seien im elektrischen Betrieb über 1.000 Kilometer pro Tag möglich.

Die Ladezeiten hängen von der Batteriekonfiguration ab. Eine Version mit drei Batteriepacks kann in etwas mehr als 45 Minuten von 10 % auf 80 % geladen werden – das passt eher in längere Pausen als nur in Übernachtstopps.

Wie der Rest von DAFs Elektro-Portfolio nutzen der XG und XG+ Electric Lithium-Eisenphosphat-(LFP)-Batterien. Diese Batterien kommen ohne Kobalt oder Nickel aus und sind dafür ausgelegt, tägliches Laden bis 100 % ohne beschleunigten Verschleiß zu verkraften.

Zur Unterstützung von Reichweite und Energieeffizienz nutzen der XG und XG+ Electric dieselben aerodynamischen Maßnahmen wie DAFs neueste Dieselmodelle. Dazu gehören eine sich verjüngende Kabinenform, eine gebogene Windschutzscheibe, Seitenschürzen und Deflektoren sowie kamerabasierte Spiegelsysteme.

Der XG und XG+ Electric nutzen dieselben aerodynamischen Maßnahmen wie DAFs neueste Dieselmodelle.

Der XG und XG+ Electric nutzen dieselben aerodynamischen Maßnahmen wie DAFs neueste Dieselmodelle. Foto @ DAF

Services rund um das Fahrzeug

DAF präsentiert den XG und XG+ Electric als Teil eines umfassenderen Pakets und nicht als eigenständigen Lkw. Ladeinfrastruktur und Energiespeicher werden über PACCAR Power Solutions angeboten, Wartung über DAF MultiSupport-Verträge und Fahrzeugdaten über PACCAR Connect. Finanzierungsmöglichkeiten sind über PACCAR Financial verfügbar.

Aus Sicht von Betreibern spiegelt dies wider, dass elektrische Fernverkehrs-Lkw eine engere Abstimmung zwischen Fahrzeug, Laden und Planung erfordern als vergleichbare Dieselmodelle.

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