EU-Mittel für LKW-Parkplätze werden nicht ausreichend genutzt. Verbände appellieren an die EU-Kommission

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Verbände appellieren in einem gemeinsamen Brief an die Europäische Kommission für eine optimale Nutzung der EU-Mittel für den Bau von sicheren LKW-Parkplätzen in Europa und beklagen sich zudem über eine geringe Nachfrage und eine schlechte Auftragslage.

EU-Mittel für LKW-Parkplätze werden nicht ausreichend genutzt. Verbände appellieren an die EU-Kommission
Foto: trans.iNFO

Im vergangenen Jahr verabschiedete die EU-Kommission ein Förderprogramm in Höhe von fast 1,5 Milliarden Euro, um ein Netz von sicheren LKW-Parkplätzen EU-weit auszubauen. Mit diesem Programm sollen in den nächsten fünf bis sieben Jahren rund 60-70.000 neue Parkplätze in der EU geschaffen werden.

Die führenden europäischen Automobil- und Verkehrsverbände, wie die Europäische Vereinigung der Speditions-, Transport-, Logistik- und Zolldienste (CLECAT), die Organisation für sicheres Parken in Europa (ESPORG), der Europäische Transportverband (UETR) und der Europäische Automobilherstellerverband (ACEA) erinnern die EU-Verkehrskommissarin Adina Valean in einem Schreiben u.a. an das verabschiedete Förderprogramm.

Zudem betonen die Verbände im Schreiben, dass die eingegangenen Förderanträge für den Ausbau der LKW-Parkplätze Mängel und Lücken aufweisen, die behoben werden müssen, um die EU-Mittel bestmöglich zu nutzen und so den Kraftfahrern bessere Rastmöglichkeiten bieten zu können.

Die Verbände weisen auf die wichtigsten Punkte in der Zusammenarbeit zwischen der EU-Kommission und dem Verkehrssektor hin, die notwendig sind, um das Projekt des Parkplatznetzes optimal zu fördern:

  • Es sollte eine gemeinsame europaweite Werbekampagne gestartet werden, um alle Interessengruppen zu erreichen und die Anzahl der Förderanträge für die EU-Finanzierung zu erhöhen;
  • der Ablauf der Finanzierungsanträge sollte durch Schulungs- und Beratungsdienste, die der Verkehrssektor den Beteiligten anbietet, deutlich verbessert bzw. erleichtert werden;
  • wesentliche Änderungen an den Auswahlkriterien sollten so bald wie möglich vorgenommen werden, z. B. für die Beantragung von EU-Mitteln ist eines der Kriterien, dass bereits ein Parkplatznetz besten muss;
  • Synergien zwischen TEN-V und TEN-E zu fördern, indem zusätzliche EU-Finanzierungsmöglichkeiten für Ladestationen für leistungsstarke Fahrzeuge und für die Entwicklung der Infrastruktur für alternative Antriebe für schwere Nutzfahrzeuge im Allgemeinen geschaffen werden.

Mit den vorgeschlagenen Änderungen erhoffen sich die Verbände bereits in der nächsten Finanzierungsrunde im September dieses Jahres sowie in der nächsten Runde im September nächsten Jahres erste Ergebnisse zu erzielen.

Neue Finanzierungsrunden

Die Verbände CLECAT, ESPORG, UETR und ACEA sind außerdem der Meinung, dass die nicht genutzten Mittel aus dem letzten Jahr sowie die nach den kommenden Finanzierungsrunden verbleibenden Mittel für neue Runden in den Jahren 2024 und 2025 fließen sollten, um das geplante Parkplatznetz vollständig zu entwickeln.

Neue Parkplatz EU-Normen

Die Europäische Kommission hat am 7. April neue europäische Normen bezüglich sicherer LKW-Parkplätze veröffentlicht, die zertifiziert und in Sicherheits-Levels Bronze, Silber, Gold und Platin eingestuft werden. Die neuen EU-Normen sollen zum Schutz der LKW-Fahrer und ihrer Ladung dienen und den Fahrern die Möglichkeit geben unter anderem das erforderliche Sicherheitsniveau, je nach dem Wert der beförderten Güter, wählen zu können.

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