Am 13. Mai 2020 fand die von BVL.digital organisierte Online-Konferenz „RESTART LOGISTICS – Erfolgreich aus der Krise“ statt.  Während dieser diskutierten Unternehmen, Fach- und Führungskräften aus der Logistik über die neue Normalität nach COVID-19.  Auch die Logistikweisen präsentierten ihre Einschätzung für die Entwicklung des Bereichs Logistik als auch die Ergebnisse einer Mitgliederbefragung.

Die Logistikweisen waren während der Veranstaltung durch Prof. Dr. Christian Kille von der Hochschule Würzburg und AEB-Geschäftsführer Markus Meißner vertreten.  Die Experten prognostizieren zwar für dieses Jahr in Deutschland im Schnitt einen Rückgang von fünf Prozent, doch ist eine langsame Erholung von der Krise noch in diesem Jahr möglich: Bereits in der zweiten Jahreshälfte könnte wieder Schwung in den Logistikbereich  kommen und im nächsten Jahr könnte sogar ein Wachstum von 3 Prozent verzeichnet werden, berichtet das Portal dvz.de.

Laut Prof. Dr. Kille ist ebenfalls das so sehr befürchtete Massensterben der Unternehmen eher unwahrscheinlich, obwohl die Zahl der Insolvenzen besonders im Fall von kleinen und mittleren Logistikunternehmen mit großer Wahrscheinlichkeit nach oben gehen kann.

Globalisierung wird an Bedeutung verlieren

Darüber hinaus werden laut der Mitgliederbefragung  künftig solche Themen wie Risikomanagement, Transparenz und Kommunikation noch stärker nach vorne rücken. Das Gremium prognostiziert auch eine Verkürzung der Lieferketten und eine stärkere Inlandsnachfrage. An Bedeutung würde auch der EU- Binnenmarkt gewinnen.

Unternehmen, die früh auf diese Veränderungen reagieren, können sich langfristig ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern, zitiert das Portal dvz.de Prof. Dr Kille herbei.

Digitalisierung kommt schleppend voran

Diskutiert wurde auch das Thema Digitalisierung. Laut Meißner könnte diese ein wichtiger Treiber in der Krise sein, würde sie nicht so schleppend vorankommen.

Die Digitalisierung zieht zunächst eine Bremsspur nach sich, da sie erst einmal Ressourcen in den Firmen bindet, zitiert dvz.de den Experten.

Trotzdem glauben die Logistikweisen, dass das Thema nach der Krise nochmal stärker aufgegriffen wird.

Wenn Unternehmen die Ziele Transparenz in den Lieferketten und Flexibilität erreichen wollen, geht das nur mit Digitalisierung, betont Meißner.

Deutschland wird die Krise gut verkraften

Die Prognosen der Logistikweisen stehen teilweise im Einklang mit denen von führenden deutschen Wirtschaftsinstituten, laut denen die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 4,2 Prozent schrumpfen wird und die einen Einbruch des BIP im zweiten Quartal um 9,8 Prozent prognostizieren.Doch bereits für das kommende Jahr sagen sie eine Erholung und ein Wachstum von 5,8 Prozent voraus.

Unterm Strich wird Deutschland die Krise also gut verkraften. Zurückzuführen ist das auf eine gute  Finanzlage des Staates, die es ermöglicht weitgehende Maßnahmen zur Abfederung der kurzfristigen negativen Folgen für Unternehmen und private Haushalte zu ergreifen.

Foto:Piqsels

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