Lkw-Fahrer, die den Hafen von Dover oder den Eurotunnel befahren möchten, müssen ab Anfang nächsten Jahres im Besitz einer Genehmigung für die Einreise in die Grafschaft Kent sein. Für das Fehlen dieser Genehmigung plant die britische Regierung, Geldstrafen in Höhe von 300 Pfund (pro Lastwagen) oder sogar ein Verbot der Weiterfahrt einzuführen.

Die „Kent Access Permit” (KAP) ist Teil der Konsultation über die Durchführung der Operation Brock im Jahr 2021. Die britische Regierung plant, eine digitale Genehmigung für Fahrer auszustellen, die dann den Status „grün” oder „goldgelb” im Smart Freight Service erhalten würden. Dieses System ist für Frachtführer bestimmt und ist Teil des britischen Administrationsmodells nach der Übergangszeit . Es soll sicherstellen, dass nur Lastwagen mit den entsprechenden Exportdokumenten die britische Grenze überqueren. Wie das Verkehrsministerium (Department for Transport) auf Anfrage von Trans.INFO bestätigte, gilt die neue Verpflichtung sowohl für britische als auch für ausländische Lastkraftwagen.

Jede KAP-Genehmigung wäre 24 Stunden lang gültig, so dass sie jeweils für eine Fahrt ausgestellt würde. Polizei- und DVSA-Beamte könnten Strafen gegen Fahrer verhängen, die ohne Genehmigung nach Dover oder in den Eurotunnel fahren.

Die vorgeschlagene Geldstrafe von 300 Pfund pro Lastwagen würde dem Fahrer auferlegt und nicht dem Spediteur oder Frachtführer, der formell für das Ausfüllen der Zolldokumente verantwortlich ist.

So erklärt die britische Regierung, warum die Lkw-Fahrer die Bußgelder zahlen müssen:

Der Grund dafür ist, dass der Fahrer des Fahrzeugs die Straftat begehen würde, die darin besteht, dass er keine gültige KAP besitzt, den Verkehr während der Operation Brock ignoriert oder ohne gültige Brock-Genehmigung fährt, heißt es in einem Regierungsdokument.

Die Änderungen bedeuten auch, dass das Fahren nach Erhalt eines „roten” Status (Fahrverbot) oder die Nichtbenutzung des Smart Freight-Portals (und damit das Fehlen einer gültigen KAP) unter Strafe gestellt wird. Darüber hinaus kann ein Fahrer sogar mehrere Geldstrafen erhalten, wenn er mehrere Anforderung nicht erfüllt.

Ziel – Reduzierung von Fahrten nach Dover, die nicht entsprechend vorbereitet sind

Die britische Regierung will das Genehmigungssystem einführen, um die Zahl der „nicht bereiten” Lastwagen, die Kent erreichen, zu reduzieren.

Wenn 80% der LKW-Fahrer das Smart Freight-Portal benutzen und 80% von ihnen der Empfehlung folgen, nicht zu fahren, wenn sie den Status ‚rot’ erhalten, wird die Zahl der nicht bereiten LKWs um 64% reduziert. Dies würde den Druck auf Kent, den Hafen von Dover, den Eurotunnel und das Brock-Verkehrsmanagementsystem verringern und es den LKWs, die bereit sind, die Grenze zu überqueren, erleichtern, dies zu tun – so das Regierungsdokument.

Die Behörden behaupten, dass LKW-Fahrer, die noch nicht bereit sind, die Möglichkeit haben werden, zu lernen, wie sie sich auf den Grenzübertritt vorbereiten können. Sie können dies tun, indem sie die erforderlichen Unterlagen ausfüllen und für eine begrenzte Zeit auf speziell vorbereiteten Parkplätzen parken. Nach Erhalt der erforderlichen Dokumente können die Fahrer aufgefordert werden, sich an der Grenze einer manuellen Bereitschaftskontrolle zu unterziehen. Wenn ihre Dokumente akzeptiert werden, können sie ihren Weg fortsetzen. Wenn sie jedoch die erforderlichen Dokumente nicht ordnungsgemäß ausfüllen, müssen sie zu ihrem britischen Betriebssitz oder zum Verlader zurückkehren.

Foto: geograph.org.uk/Chris Whippet/ CC BY-SA 2.0

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