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Geschäfte, Tankstellen und Produktionsfirmen in den Niederlanden werden bald in eine schwierige Lage kommen. In zwei Jahren könnte das Wirtschaftswachstum  aufgrund der Engpässe in der Logistik verlangsamen – warnt der dortige Transportverband.

Der Grund für die Versorgungsprobleme ist der rasant wachsende Mangel an LKW-Fahrern – so der niederländische Verband der kleinen und mittleren Transportunternehmen VERN.

Wenn wir nicht sofort was unternehmen, wird die Wirtschaft kollabieren , sagt Klaas de Waardt, der Vorsitzende des VERN.

Bereits Ende 2017 fehlten 7.000 Berufskraftfahrer. Das Problem wird eskalieren, wenn im nächsten Jahr weitere 8.800 in Rente gehen – heißt es in einer Mitteilung des VERN. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass viele ältere Beschäftigte aufgrund der Notwendigkeit teure Schulungen zu machen, ihre Arbeit im Transportwesen aufgeben werden. Wie die Organisation betont, war es vorher nicht nötig, einen Kurs zu absolvieren,  um den Führerschein zu erneuern. Mit den neuen EU-Vorschriften hat sich dies jedoch geändert.

Die Organisation hat kürzlich einen Brief an den niederländischen Verkehrsminister Cory van Nieuwenhuizen verfasst, in dem einige konkrete Lösungsvorschläge zur Bekämpfung des Fahrermangels gemacht wurden. Mitunter wollen sie, dass Arbeitgeber und Regierung die Kosten der Ausbildung co-finanzieren. Zufolge VERN könnten dank solcher Maßnahmen etwa 11.000 LKW-Fahrer wieder den Beruf ausüben.

Das Blatt hat sich gewendet

Wie VERN betont, gab es in den Niederlanden vor kurzem noch zu viele Berufsfahrer. Der Grund für diese Überzahl war die globale Wirtschaftskrise von 2008. Damals gab es deutlich weniger Arbeitsangebote für Trucker. Viele von ihnen mussten sich umqualifizieren.

Inzwischen hat sich aber die wirtschaftliche Lage verbessert. Besonders die E-Commerce-Branche hat sich dynamisch entwickelt, was dazu geführt hat, dass die Nachfrage nach Transportdienstleistungen signifikant gestiegen ist. Die Zahl der Berufsfahrer hat sich aber nicht erhöht. Darüber hinaus werden  die EU-Vorschriften auch Einfluss auf die Versorgungsprobleme haben. In zwei Jahren könnten die für die Transportwirtschaft geltenden Entsendevorschriften in Kraft treten, die einige Unternehmen aus Mittel- und Osteuropa  vom Markt verdrängen könnten.

Foto: Trans.INFO

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