Die Staatsbahnen Frankreichs und Deutschlands wollen mehr Güter auf die Schiene bringen. Um die Verkehrsverlagerung zu beschleunigen, haben die Unternehmen die Einführung einer Ökosteuer für LKW vorgeschlagen.

Die Corona-Pandemie hat die Bahnbranche in Europa hart getroffen. Im vergangenen Jahr hat die Beratungsfirma SCI Verkehr eine Studie „Impact of the COVID-19 Crisis on the railway sector in Europe“ präsentiert, in der die weitgehenden Auswirkungen auf den Bahnverkehr analysiert wurden. Die Studie hat ergeben, dass der Schienenpersonenverkehr im Frühjahr etwa in Italien oder Frankreich um über 90 Prozent eingebrochen war. Auch der Schienengüterverkehr in Europa wurde hart getroffen. Die Betreiber verzeichneten Rückgänge zwischen 20  und 35 Prozent. Während die hohen Einnahmeverluste der Verkehrsunternehmen im Personenverkehr  teilweise durch staatliche Programme kompensiert werden konnten, sind die Betreiber im Güterverkehr aufgrund verbreitet geringer Margen unter Druck geraten.

Deutsche Bahn und die französische SNCF wollen Ökosteuer für LKW

Im Rahmen einer gemeinsamen Initiative wollen die Deutsche Bahn und die französische SNCF die Verlagerung der Güter auf die Schiene voranbringen. Die Chefs der Unternehmen, Frédéric Delorme und Sigrid Nikutta haben jetzt die Einführung einer Ökosteuer für Langstreckenverkehr mit dem LKW vorgeschlagen, berichtet das „Handelsblatt”.

Die beiden Gütertransport-Unternehmen „haben als Betreiber der größten Eisenbahnnetze in Europa eine besondere Verantwortung“, betonte Frédéric Delorme, CEO Rail Logistics Europe der SNCF gegenüber dem Blatt. Gefördert werden soll vor allem der von Nikutta als „Rückgrat der Wirtschaft” bezeichnete Verkehr mit Einzelwagen.

Gleichzeitig wollen Nikutta und Delorme, dass  klimafreundliche Gütertransporte – darunter auch der Schienenverkehr- mit einem Ökolabel gekennzeichnet werden, um dem Verbraucher Informationen über die Umweltauswirkungen zu geben.

Foto: Wikimedia

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