Rekordergebnisse der Kontrollaktion „Truck&Bus” hängen mit der aktuellen Krise zusammen

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ROADPOL steht für "European Roads Policing Network" und ist eine europaweite Nicht-Regierungsorganisation, die aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeidirektionen der EU-Mitgliedsstaaten besteht.

Rekordergebnisse der Kontrollaktion „Truck&Bus” hängen mit der aktuellen Krise zusammen
Polizei NRW

Die letzten Kontrollen fanden im Oktober statt und wurden in 19 Ländern durchgeführt. Hierzu wurden jetzt die Statistiken veröffentlicht, die wenig optimistisch sind.

Während der Kontrollen wurden insgesamt 197.274 LKW und 111.545 Busse kontrolliert. Dabei wurden 77.386 Verstöße festgestellt (LKW: 69.453, Busse: 7.933). In 1.166 Fällen musste die Weiterfahrt untersagt werden, bis der ordnungsgemäße Zustand der Fahrzeuge oder der Ladung wiederhergestellt war, davon 1.159 LKW und 17 Busse.

Die Verstoßquote bei LKW war mit 35,21 Prozent fast doppelt so hoch wie bei der gleichen Aktion im Mai 2020 (20,18 %). Für den Güterverkehr bedeutet dies, dass bei fast jedem dritten kontrollierten LKW ein Verstoß festgestellt wurde. Dies war im Personenverkehr nicht der Fall, wo die Beanstandungsquote bei etwa 7-8 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge konstant blieb.

Woher kommt der drastische Anstieg beim Güterverkehr?

Den hohen Prozentsatz bei LKW erklärt Henk Jansen, Sekretär der operativen Arbeitsgruppe von ROADPOL bei der niederländischen Nationalpolizei, dass dieser sich durch die weltweite Krise in der Lieferkette und die hohe globale Nachfrage nach LKW-Dienstleistungen und LKW-Fahrern erklären lasse. So sei der Druck auf Spediteure und Fahrer einfach zu groß geworden, was zusätzlichen Raum für unredliches Verhalten schafft.

Was waren die häufigsten Probleme?

In 8.125 Fällen mussten sich LKW-Fahrer wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verantworten und in 5.521 Fällen wurden schwere technische Mängel festgestellt. Bei 2.262 Fahrzeugen wurde eine Überladung festgestellt, bei weiteren 1.257 war die Ladungssicherung unzureichend.

12.560 Fahrer mussten sich wegen Nichteinhaltung der Lenk- und Ruhezeiten und Fahrtenschreibereinstellungen verantworten. Das ist übrigens ein weiterer Rekord, denn eine so hohe Zahl wurde in „Truck&Bus” noch nicht verzeichnet, fügte der ROADPOL OPG-Sekretär hinzu.

Manipulationen an digitalen Fahrtenschreibern wurden in 656 Fällen festgestellt.

Darüber hinaus fuhren 188 Fahrer betrunken und 41 Fahrer standen unter Drogeneinfluss.

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