Das Programm „Fair Transport”, im Rahmen dessen die Mitglieder sich zu hohen Geschäftsstandards verpflichten, darunter Arbeitnehmerschutz und niedrige CO2-Emissionen, gewinnt in Norwegen und Schweden zunehmend an Bedeutung.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Idee nicht wesentlich von dem seit Jahren existierenden Fair Trade Programm Dank einheitlichen Standards, die von den Mitgliedern eingehalten werden müssen, wissen Unternehmen, die sich für ein Fair-Transport-Unternehmen entscheiden, dass sie mit einem Unternehmen Geschäfte machen, das sich an die Vorschriften hält, sich für die Reduzierung der CO2-Emissionen einsetzt und seine Fahrer gut bezahlt.

Laut der Homepage von The Fair Transport ist das Konzept wie folgt:

Die Idee ist einfach: Wenn Sie bei einem Fair-Transport-Unternehmen einkaufen, kaufen Sie nicht nur Transporte bei einem Transportunternehmen, das den gesetzlichen Anforderungen in Bezug auf Verkehrssicherheit, Emissionen und Arbeitsumfeld gerecht wird. Sie kaufen Transporte auch von einem Speditionsunternehmen, das misst, offen berichtet und die Verantwortung für die kontinuierliche Verbesserung übernimmt.

Auf der Webseite werden auch die Beweggründe für das Programm erläutert:

Die Zahl der unzuverlässigen Akteure in der Transportbranche nimmt zu, was zu einem ungesunden und nicht wettbewerbsfähigen Markt führt. Zu den Problemen zählen ein Mangel an kommerziellem Verkehr und Verstöße gegen Kabotagevorschriften, Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sowie die Nichtzahlung von Gebühren und Steuern. Noch übernehmen diese unzuverlässigen Akteure soziale Verantwortung und lassen ihre Fahrer unter unangemessenen Bedingungen arbeiten. Solche Unternehmen erfüllen die hohen Standards nicht, die ernst zu nehmende Spediteure einhalten sollten.

Sollten einige Einzelhändler und andere Unternehmen entscheiden, dass die zusätzliche Investition mit einer höheren Qualität des Transports verbunden ist und gutem PR, könnte sich das Fair-Transport-Programm wohl durchsetzen. In diesem Fall würden sicherlich auch LKW-Fahrer davon profitieren.

Laut Berichten der norwegischen Presse, die Anfang dieser Woche veröffentlicht wurden, hat das Fair- Transport-Programm fast 200 Mitglieder. Diese Mark könnte bald geknackt werden, da das schwedische Logistikunternehmen LBC Frakt jüngst bekannt gab, dass 50 seiner Spediteure dem Programm beigetreten sind.

Auch das schwedische Bau- und Entwicklungsunternehmen Skanska unterstützt unter anderem die Fair-Transport-Kampagne. Lars-Rune Elofsson von Skanska Väg & Anläggning Väst sagte jüngst, dass Fair Transport bei Ihnen ganz oben auf der Agenda stehen würde:

Alles, wofür Fair Transport steht, steht ganz oben auf der Agenda von Skanska. Die Werte stimmen in Bezug auf Umwelt, Verantwortung und Verkehrssicherheit voll und ganz mit unseren überein. Dies zeigt, dass LBC Frakt ein umweltbewusstes Unternehmen ist und unsere Zusammenarbeit weiterhin sicher und stabil ist.

Kjell Olafsrud, Marketingdirektor des norwegischen LKW-Eigentümerverbandes, gibt zu, dass das Programm nicht so schnell wächst, wie er sich das wünschen würde. Es gibt jedoch Signale, dass das Fair-Transport-Programm an Dynamik gewinnt.

Es geht in die richtige Richtung, obwohl es langsamer vorankommt, als wir es uns wünschen würden. Unser gemeinsames Ziel in dieser Branche muss sein, dass die Verbraucher danach verlangen, dass Unternehmen einen nachhaltigen und gesundheitsverträglichen Verkehr nutzen. An dem Tag, an dem die großen Marken und Produktbesitzer dies ernst nehmen und den Transport als Teil der Wertschöpfungskette betrachten und dieselben Anforderungen stellen wie an Rohstoffe und andere Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, werden wir einen langen Weg zurückgelegt haben.

Möchten Sie, dass andere Länder dem Programm beitreten? Oder vielleicht ein eigenes Fair-Transport-Programm aufbauen? Kann das Fair-Transport-Programm zu besseren Arbeitsstandards von Fahrern beitragen?  Teilen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren mit.

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