- Nach Angaben aus der Transportbranche könnten in Wallonien mehr als 1.000 zusätzliche Straßenkilometer mautpflichtig werden.
- Mit der Erweiterung soll verhindert werden, dass Lastwagen auf mautfreie Ausweichstrecken ausweichen.
- Der belgische Transportverband Febetra befürchtet besonders starke Belastungen für heimische Transportunternehmen.
- Die neuen Regelungen könnten ab 2027 gelten. Eine endgültige Entscheidung und eine Liste der zusätzlichen Strecken stehen noch aus.
Über eine Erweiterung des Mautsystems wird in Wallonien bereits seit einiger Zeit beraten. Frühere parlamentarische Unterlagen zeigen, dass die Behörden zusätzliche Straßen prüfen. Hintergrund ist unter anderem, dass Lastwagen mautpflichtige Verbindungen meiden und stattdessen mautfreie Alternativrouten nutzen.
Im Juli 2026 beschäftigte sich auch das wallonische Parlament erneut mit dem Thema. Als Argument für ein größeres Mautnetz wird der zunehmende Transitverkehr auf lokalen und regionalen Straßen genannt, die bisher nicht erfasst sind. Als Beispiel wurde die N807 im Südosten der Region angeführt.
Febetra warnt: Belgische Transporteure könnten besonders belastet werden
Der belgische Transportverband Febetra sieht die Pläne kritisch. Nach Einschätzung des Verbands könnte eine Ausweitung des Mautnetzes vor allem heimische Frachtführer erheblich belasten.
Belgische Unternehmen nutzen regionale und lokale Straßen häufiger als ausländische Anbieter, weil sie viele Inlandtransporte, Verteilverkehre und kürzere Zustellungen übernehmen. Werden zahlreiche weitere Strecken mautpflichtig, könnten ihre Betriebskosten daher stärker steigen als die von Unternehmen, die Belgien überwiegend im Transit durchqueren.
Betroffen wären allerdings auch ausländische Transportunternehmen, darunter niederländische Frachtführer, die regelmäßig durch den Süden Belgiens fahren. Wenn weitere Regionalstraßen in das Mautsystem aufgenommen werden, stehen den Unternehmen bei der Routenplanung deutlich weniger mautfreie Ausweichstrecken zur Verfügung.
Belgische Straßenmaut wird bereits teurer
Die geplante Ausweitung fällt zudem in eine Phase steigender Kosten für die Nutzung belgischer Straßen. Seit dem 1. Juli 2026 gelten für Lastwagen höhere Mautsätze.
Febetra hatte bereits darauf hingewiesen, dass steigende Straßenkosten in Belgien und den Niederlanden für Transportunternehmen je Fahrzeug erhebliche zusätzliche Ausgaben bedeuten könnten.
Der Verband verweist zudem auf die ohnehin knappen Margen in der Branche. Weitere Kostensteigerungen könnten deshalb an die Auftraggeber weitergegeben werden und letztlich in den Preisen für Waren ankommen.









