Zum Ende des Jahres will die EU-Kommission ihren Vorschlag für die Euro-7-Norm vorlegen. Experten aus der Branche warnen unterdessen, dass die strengeren Werte das Aus für den Diesel und den Benziner bedeuten werden. Sind diese Befürchtungen wirklich begründet? Wir haben alles, was Sie über die Euro 7-Abgasnorm wissen müssen,in einem Artikel zusammengefasst.

Was ist die Euro 7-Abgasnorm?

Der Höchstwert der Luftverschmutzung, den Fahrzeuge ausstoßen dürfen, wurde vor fast einem Jahrzehnt festgelegt. Bereits 2018 haben die Vorbereitungsarbeiten für die künftige Euro-7-Norm für Schadstoffemissionen von Kraftfahrzeugen begonnen.Die Einführung der Euro 7-Abgasnorm soll Benziner und Dieselfahrzeuge gleichstellen und für beide Antriebsarten einheitliche Normen geltend machen. Darüber hinaus soll die künftige Abgasnorm Euro 7 unter anderem neue Emissionsgrenzwerte für die gesundheitsschädlichen Stickoxide festlegen. Als Teil der Vorbereitungsarbeiten stützt sich die EU-Kommission auf wissenschaftliche Studien und Expertengruppen sowie solide Erkenntnisse der gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission.An den Vorbereitungen für die Kommission ist auch die Beratergruppe für Fahrzeugemissionsnormen (Advisory Group on Vehicle Emission Standards, AGVES) beteiligt, in der Sachverständige aus der Industrie, Nichtregierungsorganisationen, Hochschulen und Mitgliedstaaten zusammenkommen.Ergänzt werden die Studien und Vorarbeiten durch die Beiträge aus der öffentlichen Konsultation, die am 9. November 2020 abgeschlossen wurde. Dabei hat die Kommission 166 Antworten von Industrie, Mitgliedstaaten, Nichtregierungsorganisationen und Bürgern dazu erhalten, wie die Euro 6/VI Emissionsstandards funktionieren und wie sich die Euro-7-Emissionsnormen in Bezug auf Emissionsgrenzwerte und Fahrzeugprüfungen entwickeln sollten.

In den Medien wurden im November 2020 zwei Szenarien bekanntgegeben, laut denen Neuwagen nur noch 30 mg/km NOx beziehungsweise nur noch 10 mg/km NOx ausstoßen dürfen. Auch für Kohlenmonoxid sollen strengere Werte gelten:  Dieses soll von 1000 bzw. 500 mg auf 300 bzw. 100 mg reduziert werden, berichtet autobild.de.Darüber hinaus soll der RDE-Test verschärft werden: Die Messtoleranz von PEMS-Geräten soll es künftig nicht mehr geben. In der Praxis könnte das heißen,dass Neuwagen  0 mg NOx ausstoßen müssten, um den neuen Wetten gerecht zu werden.

Wann kommt die Euro-7-Abgasnorm?

Bisher wurde in der Kommission keine Entscheidung über den Zeitplan der künftigen Euro-7-Norm getroffen.Voraussichtlich im 4. Quartal 2021 wird die Kommission ihren Vorschlag für die Euro-7-Norm vorlegen, wenn die Folgenabschätzung zur Euro-7-Norm im ersten Halbjahr 2021 abgeschlossen und die Vorteile einer Verringerung der Schadstoffemissionen gegen die Kosten abgewogen sind, die für die Einführung der zur Begrenzung dieser Emissionen erforderlichen Technologie erforderlich sind.

Das Inkrafttreten wird nicht vor 2025 erwartet. Die Norm gilt dann für Neuwagen, die in den folgenden Jahren auf den Markt kommen. Die Industrie soll damit genügend Zeit bekommen, ihre Produkte anzupassen.

Kritik an der Euro-7 Abgasnorm

Laut dem Vorstand des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) werden die Grenzwerte der neuen Euro 7-Abgasnorm, wie sie aktuell öffentlich diskutiert werden,  den umweltpolitischen Zielen in Deutschland und Europa mehr schaden als nützen, da sie mittelfristig den Tausch älterer gegen moderne, extrem schadstoffarme Verbrenner hindern. Der Vorstand des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) plädiert daher für Grenzwerte, die den Automobilherstellern die Chance lassen, solche Fahrzeuge als Bestandteil technologieoffener Zukunftsstrategien auch weiterhin zu erschwinglichen Kosten zu entwickeln. Andernfalls würde individuelle Mobilität für viele Menschen bald unbezahlbar. Laut dem ZDK-Vorstand lasse sich der aktuelle Bestand von rund 48,2 Millionen Pkw in Deutschland auf absehbare Zeit nicht einfach durch E-Fahrzeuge austauschen. Auch deshalb sei es ein Fehler, Verbrennungsmotoren aus dem Technologiemix verbannen zu wollen. Neben der Elektromobilität seien laut dem ZDK-Vorstand unbedingt auch nicht-fossile Kraftstoffe für Brennstoffzellen und Verbrennungsmotoren in eine Gesamtbetrachtung mit einzubeziehen, um die CO2-Belastung weiter nachhaltig zu verringern.

Foto:Pixabay.com

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