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BGL Charge: Neues Ladenetzwerk für Elektro-Lkw soll Depotladestationen öffnen

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Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) hat gemeinsam mit dem Technologiepartner Depotcharge das Ladenetzwerk BGL Charge vorgestellt. Die Plattform soll bestehende Ladeinfrastruktur von Transportunternehmen für andere Verbandsmitglieder zugänglich machen. Statt neue Ladestationen zu errichten, setzt das Konzept auf die gemeinsame Nutzung vorhandener Kapazitäten und eine einheitliche Abrechnung.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Das Wichtigste in Kürze

  • Halböffentliches Ladenetzwerk: BGL Charge ermöglicht Mitgliedsunternehmen, ihre vorhandenen Ladestationen für Elektro-Lkw anderen BGL-Mitgliedern bereitzustellen.

  • Flexible Preisgestaltung: Die Betreiber bestimmen Ladepreise und Zugangszeiten selbst. Depotcharge übernimmt die technische Integration und Abrechnung.

  • Ladekosten: Der durchschnittliche Strompreis liegt nach Angaben von Depotcharge derzeit bei 30 bis 35 Cent je Kilowattstunde. Für 2027 werden Preise unter 30 Cent angestrebt.

  • Weitere Ausbaustufen: Ein Reservierungssystem ist geplant. Zudem laufen Gespräche mit potenziellen Partnern über die Einbindung zusätzlicher Ladeinfrastruktur.

Bestehende Depotladepunkte besser auslasten

Mit BGL Charge wollen der BGL und Depotcharge ein Problem bei der Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs angehen: Während zahlreiche Transportunternehmen noch keinen ausreichenden Zugang zu geeigneten Ladepunkten haben, verfügen andere Betriebe bereits über eigene Ladeinfrastruktur, die nicht durchgehend ausgelastet ist.

Das neue Netzwerk soll diese Kapazitäten miteinander verbinden. Unternehmen können ihre betrieblichen Ladestationen anderen Verbandsmitgliedern zur Verfügung stellen und dadurch zusätzliche Einnahmen erzielen. Gleichzeitig erhalten Speditionen und Transportunternehmen weitere Lademöglichkeiten außerhalb ihrer eigenen Betriebshöfe.

Das Konzept setzt auf die gemeinsame Nutzung bereits installierter Ladeinfrastruktur, ohne dass zunächst zusätzliche Standorte erschlossen werden müssen. Gerade für kleinere und mittelständische Transportunternehmen könnte dies den Zugang zur Elektromobilität erleichtern.

Joscha Specks, Geschäftsführer von Depotcharge, betonte bei der Vorstellung, dass es ausdrücklich nicht um den Neubau von Ladestationen gehe. Vielmehr solle die vorhandene Infrastruktur miteinander vernetzt und effizienter genutzt werden.

Depotcharge übernimmt Integration und Abrechnung

Die technische Umsetzung des Netzwerks liegt bei Depotcharge. Das Unternehmen integriert bestehende Ladehardware und Softwarelösungen in die gemeinsame Plattform. Dabei sollen unterschiedliche technische Systeme eingebunden werden können, ohne dass die Betreiber ihre gesamte Ladeinfrastruktur austauschen müssen.

Die beteiligten Unternehmen behalten die Kontrolle über ihre Standorte. Ladepreise und Öffnungszeiten legen die jeweiligen Betreiber eigenständig fest. Depotcharge übernimmt die Abrechnung der Ladevorgänge und berücksichtigt dabei nach eigenen Angaben auch unterschiedliche steuerliche Anforderungen bei Strom aus Photovoltaikanlagen und dem öffentlichen Netz.

„Über den Vertragsabschluss mit uns können sich die Mitglieder auf einen rechtssicheren Prozess und eine korrekte Abrechnung verlassen“, erklärte Specks.

Der Zugang zu den Ladestationen erfolgt über einen elektronischen Dongle. Dieser ermöglicht sowohl die Zufahrt zum jeweiligen Betriebsgelände als auch die Freischaltung des Ladevorgangs.

Über eine App oder ein Tablet können die teilnehmenden Unternehmen den für den jeweiligen Ladevorgang geltenden Endpreis einsehen.

Ladestrom kostet derzeit 30 bis 35 Cent je Kilowattstunde

Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist die transparente Preisgestaltung. Nach Angaben von Depotcharge beträgt der durchschnittliche Ladestrompreis innerhalb des Netzwerks derzeit 30 bis 35 Cent pro Kilowattstunde.

Für das kommende Jahr erwartet das Unternehmen niedrigere Preise. „Wir gehen allerdings davon aus, dass wir im Verlauf des kommenden Jahres auf Preise unter 30 Cent kommen“, sagte Specks bei der Präsentation.

Ob dieses Preisniveau tatsächlich erreicht wird, dürfte unter anderem von den Strombeschaffungskosten, der Auslastung der Ladepunkte und den Konditionen der beteiligten Betreiber abhängen.

Für Transportunternehmen sind die Stromkosten ein wesentlicher Faktor bei der Wirtschaftlichkeitsrechnung batterieelektrischer Lkw. Neben dem Fahrzeugpreis beeinflussen vor allem die Energiekosten, die Verfügbarkeit geeigneter Ladepunkte und die betrieblichen Standzeiten die Gesamtkosten des Fahrzeugeinsatzes.

Ein Netzwerk mit vergleichsweise günstigen und planbaren Ladepreisen könnte deshalb insbesondere für Unternehmen interessant sein, deren Fahrzeuge regelmäßig auf fremde Ladeinfrastruktur angewiesen sind.

Reservierungssystem soll Ladeplanung vereinfachen

Neben der Integration und Abrechnung arbeitet Depotcharge an einer Reservierungsfunktion. Sie soll es den beteiligten Unternehmen ermöglichen, Ladepunkte im Voraus zu buchen und damit ihre Touren- und Ladeplanung besser aufeinander abzustimmen.

Specks kündigte an, dass das Reservierungssystem zeitnah nach dem Start von BGL Charge verfügbar werden soll. Ein konkreter Einführungstermin wurde nicht genannt.

Für den Straßengüterverkehr ist eine solche Funktion besonders relevant, da Ladevorgänge mit den Transportaufträgen, den gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten sowie den betrieblichen Abläufen abgestimmt werden müssen.

Die Möglichkeit, Ladefenster verbindlich einzuplanen, könnte insbesondere bei längeren Transportstrecken helfen, Wartezeiten zu reduzieren und die vorhandenen Ladeleistungen gezielter zu nutzen.

BGL spricht mit SVG, Milence und Autohofbetreibern

Das Netzwerk soll perspektivisch über den Kreis der BGL-Mitgliedsunternehmen hinauswachsen. BGL-Vorstand Dirk Engelhardt berichtete bei der Vorstellung, dass die Straßenverkehrsgenossenschaften (SVG) bereits Interesse an einer Beteiligung signalisiert hätten.

Darüber hinaus führt der Verband Gespräche mit weiteren Akteuren der Branche. Dazu zählen der Verband der Deutschen Autohöfe (VEDA), der Ladeinfrastrukturbetreiber Milence und Kravag Truck Charging.

„Wir sprechen auch schon mit der VEDA, dem Verband der Deutschen Autohöfe, Milence und Kravag Truck Charging, ob wir dort vorhandene Ladeinfrastruktur nicht ebenfalls in BGL Charge integrieren können“, erklärte Engelhardt.

Langfristig könnte sich BGL Charge damit von einem halböffentlichen zu einem öffentlich zugänglichen Ladenetzwerk entwickeln. Voraussetzung dafür wären entsprechende Vereinbarungen mit weiteren Betreibern.

Konkrete Angaben zur Zahl der bereits eingebundenen Ladepunkte, zur geografischen Abdeckung und zu verbindlichen Ausbauzielen liegen bislang nicht vor.

Mit BGL Charge verfolgen der Verband und Depotcharge einen Ansatz, der den Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw ergänzen soll. Ob das Netzwerk im Transportalltag eine nennenswerte Entlastung bringt, wird vor allem davon abhängen, wie viele Unternehmen ihre Ladepunkte öffnen und ob diese an verkehrsgünstigen Standorten zu den benötigten Zeiten verfügbar sind.

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