Die europäische Benchmark der Frachtraten im Straßengüterverkehr (European Road Freight Rate Benchmark) von Ti und Upply für das dritte Quartal 2020 betrug 1,102 €, was eine Steigerung von 1,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal dieses Jahres bedeutet.

Laut den Autoren der Benchmark zeugen die Zahlen davon, dass sich das internationale Volumen am Ende der Lockdowns in diesem Frühjahr schnell verbessert hat und die Frachtpreise auf fast drei Viertel der Handelsrouten gestiegen sind. Es wird jedoch auch eingeräumt, dass dies das vierte Quartal in Folge ist, wenn die Ergebnisse gegenüber dem Vorjahr gesunken sind.

Der Bericht, der anhand von Daten aus 250 Millionen Preisen erstellt wurde, stellt fest, dass die größte Erholung auf der Route Duisburg-Warschau zu verzeichnen war, wo sich die Raten im Vergleich zum zweiten Quartal um 2,7 Prozent verbesserten und einen „starken langfristigen Aufwärtstrend” fortsetzten. Andererseits heißt es in der Studie, dass die Ergebnisse der weiteren großen Handelsrouten Europas, darunter Madrid-Paris und Lille-Duisburg, fetwas schlechter ausfielen.

Auf der Routen Madrid-Paris kam es im dritten Quartal zu einer Konvergenz der Raten bei Hin- und Rückfahrten. Beide stiegen gegenüber dem zweiten Quartal leicht an, wobei die Pariser Exportraten um 1,8% zunahmen, während die Madrider Exporte um 0,5% stiegen.

Auf der Route von Duisburg nach Lille bewegten sich die Frachtraten für Hinfahrten in eine entgegengesetzte Richtung im Vergleich zu Rückfahrten. Die ersten stiegen im Quartalsvergleich um 4,3 Prozent, während die Rückfahrt-Raten im Quartalsvergleich um 1,3% fielen.

Andy Ralls, Quantitative Analyst bei Ti, erwartet, dass Transportunternehmen angesichts der bevorstehenden Unsicherheit die Preise aufrechterhalten werden:

Das Erholungstempo war ein wesentlicher Treiber für die Verbesserung der Frachtraten in diesem Quartal. Es hat auch den Transportunternehmen ermöglicht, die Kapazität zu erhöhen, was wiederum einen weiteren Anstieg der Raten verhindert hat. Der Markt ähnelt jedoch immer noch nicht dem „normalen“ aus den Vor-COVID-Zeiten, weil wir immer noch mit Unsicherheit zu tun haben. Frachtführer mit geringen Gewinnspannen können unter diesen Umständen häufig versuchen, die Preise hochzuhalten.

Angesichts der Tatsache, dass der größte Teil Europas derzeit von einer Ausgangssperre oder einem Lockdown betroffen ist, bestehen natürliche Gründe zur Sorge um die Zukunft. Thomas Larrieu, Chief Data Officer von Upply, vertritt jedoch die Ansicht, dass der zweite Lockdown in ganz Europa nicht die gleichen Auswirkungen haben wird wie der erste, weil mehr Geschäfte offen bleiben werden:

Während das Volumen in bestimmten Ländern im April um 60 Prozent zurückging, erwarten wir geringere Auswirkungen des zweiten in mehreren europäischen Ländern verhängten Lockdowns, weil diesmal mehr Geschäfte geöffnet sind. Für das vierte Quartal 2020 prognostizieren wir, dass Pauschalpreise für bestimmte Korridore sogar steigen werden.

Der vollständige Bericht kann hier heruntergeladen werden.

Foto: Gerhard Anzinger, Wels / Wikimedia Commons

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