Lkw bleiben stehen und Unternehmer müssen ihre Aufträge ausschlagen, weil sie nicht genug Fahrer haben. Das Szenario ist durchaus möglich – behauptet Christian Richter, Landesgeschäftsführer für den Bereich Güterkraftverkehr und Entsorgung beim Gesamtverband des Verkehrsgewerbes Niedersachsen in einem trucker.de-Interview.

Die Fahrer werden älter und die jungen kommen nicht nach. Der Anteil der Berufskraftfahrer unter 25 Jahren liegt bei 2,5 Prozent. 16,8 Prozent der Berufskraftfahrer sind dagegen zwischen 55 und 65 Jahre alt – sagt Richter.

Die Branche bildet einfach nicht genügend Berufskraftfahrer aus. Es gibt aber ein Umdenken: Immer mehr Betriebe sind dazu bereit, das war vor zehn Jahren noch anders. Es ist schwierig, überhaupt Azubis zu finden, und sehr viele brechen die Ausbildung dann wieder ab. Wieder andere greifen den Führerschein ab und gehen dann in einen anderen Beruf

– hebt er im Gespräch mit Katharina Spirkl hervor.

Quereinsteiger sollen ran

„Wir wollen also Quereinsteiger für den Beruf gewinnen. Neben der Führerscheinausbildung und der benötigten Grundqualifikation können sie auch den Gabelstaplerschein und die Gefahrgutausbildung erwerben. Bezahlt wird das Ganze über Bildungsgutscheine der Arbeitsagentur” – sagt Richter.

Die ganze Ausbildung soll neun Wochen dauern. Dann brauchen die Bewerber noch ein achtwöchiges Praktikum im Unternehmen.

Für die Behörden bedeutet die Kraftfahrerausbildung aber auch hohe Kosten, die über die Bildungsgutscheine gedeckt werden müssen. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter der Behörden das Berufsbild hauptsächlich nur aus Zeitungsberichten kennen: Unfälle, überfüllte Parkplätze, lange Arbeitszeiten et cetera. Durch die Zusammenarbeit können wir an dieser Stelle auch die positiven Seiten aufzeigen

– betont Richter.

„Jeder von uns braucht Lkw und Lkw-Fahrer und das muss auch die Öffentlichkeit sehen. Wir müssen als Branche und insgesamt auch als Verbände daran arbeiten, dass wir auch mehr Work-Life-Balance reinbekommen. Die Fahrer sollten zumindest am Wochenende zu Hause sein” – beendet er.

Quelle: trucker.de

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