Gendarmerie de la Haute-Saône/Facebook (Symbolfoto)

Frankreich geht gegen ausländische Spediteure vor: Kabotageverbote für osteuropäische Unternehmen

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Die französischen Behörden unterstreichen erneut ihre harte Linie im Straßengüterverkehr. Drei Transportunternehmen aus Polen, Litauen und Rumänien wurden mit einem einjährigen Kabotageverbot in Frankreich belegt.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Entscheidung traf der Präfekt der Region Centre-Val de Loire unter Verweis auf schwere und wiederholte Verstöße gegen Vorschriften. Im Fokus stehen Verstöße gegen die Arbeitszeitregelungen für Fahrer sowie illegale Kabotage, die – nach Angaben der französischen Behörden – sowohl die Sicherheit als auch den fairen Wettbewerb am Markt untergraben.

Einjähriges Kabotageverbot wegen wiederholter Verstöße

Wie die Präfektur mitteilte, traten die Sanktionen am 1. April 2026 in Kraft und bedeuten ein vollständiges Verbot, in Frankreich für die Dauer eines Jahres Kabotage durchzuführen.

„Aufgrund der Schwere und der wiederholten Verstöße, die in Frankreich begangen wurden, hat der Präfekt der Region Centre-Val de Loire Sanktionen gegen drei Straßentransportunternehmen aus Polen, Litauen und Rumänien verhängt“, heißt es in der Mitteilung.

Den Feststellungen zufolge betrafen „die Verstöße hauptsächlich die Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten sowie unsachgemäße Kabotage“.

Dies ist ein weiteres Beispiel für die konsequente Linie der französischen Behörden gegenüber ausländischen Transportunternehmen. Von den derzeit landesweit 15 geltenden Kabotageverboten wurden allein 6 in der Region Centre-Val de Loire ausgesprochen, was – wie die Präfektur betont – „ein starkes Engagement bei der Bekämpfung von Verstößen“ belegt.

Sicherheit und fairer Wettbewerb im Fokus

Die französischen Behörden lassen keinen Zweifel an den Gründen für dieses entschlossene Vorgehen. In der Mitteilung wird betont, dass die Verstöße konkrete Folgen für den Markt und die Sicherheit haben.

„Die Nichteinhaltung der Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten gefährdet die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer“, weist die Präfektur hin.

Gleichzeitig wurde auf die Auswirkungen illegaler Kabotage auf den Transportmarkt hingewiesen: „Illegale Kabotagepraktiken schaffen ein wirtschaftliches Ungleichgewicht zwischen Unternehmen und befeuern unlauteren Wettbewerb“.

Aus Sicht der Behörden führen solche Praktiken außerdem zu Sozialdumping und zu einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen der Fahrer, was langfristig den gesamten Sektor schwächt.

Kabotage bleibt streng reguliert

Frankreich erinnert daran, dass Kabotage – also Inlandsverkehr, der von einem Transportunternehmen aus einem anderen EU-Mitgliedstaat durchgeführt wird – strengen Vorschriften unterliegt.

Ziel ist es, eine Destabilisierung des Marktes durch Unternehmen zu verhindern, die von niedrigeren Lohnkosten profitieren und damit lokale Transportunternehmen benachteiligen könnten.

„Um unlauteren Wettbewerb zu verhindern, ist diese Praxis streng geregelt“, heißt es in der Mitteilung.

Steigender Kostendruck verschärft die Lage

Verschärfte Kontrollen und Sanktionen werden in einer besonders schwierigen Phase für die Branche eingeführt. Die französischen Behörden weisen darauf hin, dass die Volatilität der Kraftstoffpreise den Druck auf Transportunternehmen zusätzlich erhöht.

„Die Einhaltung der Wettbewerbsregeln ist heute umso wichtiger, um den Sektor zu stützen, da Transportunternehmen weiterhin mit einer volatilen Kraftstoffpreisentwicklung konfrontiert sind“, wurde betont.

Wenn Energiekosten die Margen der Unternehmen deutlich schmälern, verschlechtert jede Form unlauteren Wettbewerbs – einschließlich illegaler Kabotage – die Marktbedingungen zusätzlich.

Konsequente Linie setzt sich fort

Die aktuellen Entscheidungen fügen sich in einen längerfristigen Trend ein. Frankreich geht seit Monaten verstärkt gegen systematische Verstöße im Straßengüterverkehr vor.

Bereits Ende 2025 wurden drei Unternehmen aus Litauen, Rumänien und der Slowakei nach intensiven Kontrollen vom Markt ausgeschlossen. In einem Fall dokumentierten Inspektoren innerhalb eines Jahres bis zu 35 Verstöße – darunter illegale Kabotage, Verstöße gegen Sozialvorschriften sowie Mängel bei Dokumentation und Fahrzeugtechnik.

Nach Einschätzung der Behörden rechtfertigte der systematische Charakter dieser Verstöße die Verhängung eines einjährigen Kabotageverbots.

Damit zeigt sich: Wiederholte und schwerwiegende Verstöße führen zunehmend zur härtesten verwaltungsrechtlichen Maßnahme – einem vollständigen Kabotageverbot in Frankreich.

 

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