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Vor knapp zwei Wochen haben die EU-Abgeordneten über die Änderungen der Entsenderichtlinie abgestimmt. Die neuen Maßnahmen werden schwerwiegende Folgen für Unternehmen, einschließlich Transportunternehmen, haben. Eine Studie, die in Auftrag von Trans.INFO unter Unternehmern aus mehreren EU-Ländern durchgeführt wurde, zeigt, dass Verlader aus Westeuropa als Folge der Änderungen der Richtlinie einen Anstieg der Preise für Transportdienstleistungen prognostizieren. Unternehmer aus den alten EU-Ländern hingegen wollen nicht auf die Zusammenarbeit mit Spediteuren aus Mittel- und Osteuropa verzichten. Nach Meinung der Befragten werden die Änderungen der Entsendevorschriften zu Chaos und bürokratischen Hürden für Transportunternehmen führen.

Die Änderungen des geltenden EU-Rechts in Hinsicht auf die Arbeitnehmerentsendung können zu schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für die gesamte Europäische Gemeinschaft führen. Man kann jetzt schon sagen, dass diese auch auf das Transportwesen Auswirkungen haben werden, da die neuen Elemente der überarbeiteten Richtlinie auch den Straßengüterverkehr betreffen. Dies wird nach dem Inkrafttreten der sektorspezifischen Regelungen im Mobilitätspaket geschehen. Bis dahin soll die Richtlinie von 1996 gelten – so das Europäische Parlament in einer Pressemitteilung.

Daher ist es nicht überraschend, dass die befragten Unternehmen aus dieser Branche und die mit ihnen kooperierenden Unternehmer der Ansicht sind, dass die neuen Vorschriften zu höheren Preisen für Transportdienstleistungen führen werden.

Die Richtlinie über die Entsendung von Arbeitnehmern wirft bei Unternehmern viele Bedenken auf

Wichtigste Schlussfolgerung der für Trans.INFO durchgeführten Studie ist die Überzeugung der Unternehmer, dass die Änderungen der Richtliniengrundsätze über die Entsendung von Arbeitnehmern im Transportwesen sich stark auf ihr Gewerbe auswirken werden.

Erstens, erwarten sowohl die Vertreter des Transportsektors als auch ihre Auftraggeber einen Preisanstieg von Transportdienstleistungen. Eine solche Meinung herrscht unabhängig davon, aus welchem Land die Befragten kommen.

Wie wird sich die Richtlinie auf die Preise von Transportdienstleistungen auswirken?

 

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Infographik: Trans.INFO

 

Zweitens, erwartet eine große Mehrheit der Befragten, dass sie die Folgen der neuen Vorschriften unmittelbar zu spüren bekommen wird. Ein großer Teil der Umfrageteilnehmer aus den östlichen EU-Staaten befürchtet einen administrativen Mehraufwand. Was die Befragten aus dem Westen angeht, so erwarten nur die Verlader (Hersteller und Handelsunternehmen) solche Probleme nicht.

Werden die neuen Vorschriften zu einem Übermaß an Bürokratie in Ihrem Unternehmen führen?

 

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Infographik: Trans.INFO

 

Drittens, sehen die meisten Unternehmer keine Vorteile der Einführung der neuen Entsendevorschriften. Profite werden nur von weniger als einem Drittel der Spediteure, Verlader und Logistiker aus dem Westen erwartet.

 

Wird Ihr Unternehmen von solchen Änderungen profitieren?

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Infographik: Trans.INFO

 

Viertens, sind Unternehmer aus den alten EU-Staaten weitgehend mit den Leistungen der Spediteure aus Mittel- und Osteuropa zufrieden. Sie arbeiten oft mit ihnen zusammen, weil die Qualität der von den Transportunternehmen aus den neuen EU-Ländern angebotenen Leistungen auf hohem Niveau ist.

 

Was veranlasst Sie dazu, mit Spediteuren aus Ost- und Mitteleuropa zusammenzuarbeiten?

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Infographik: Trans.INFO

Politiker stellen sich taub

An der von Trans.INFO in Auftrag gegebenen Befragung nahmen Vertreter von Unternehmen aus dem Güterstraßenverkehr (Spediteure, Verlader, Logistikbetriebe) und Vertreter von Unternehmen teil, die deren Dienste, d. h. Verlader, in Anspruch nehmen. Die Teilnehmer kamen aus  mehreren Ländern, sowohl aus dem Westen als auch aus dem Osten der EU, und vertraten Unternehmen unterschiedlicher Größen.

Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie die Änderungen der EU-Gesetzgebung von Unternehmen, die gezwungen sein werden, die neuen Vorschriften einzuhalten, wahrgenommen werden. Denn tatsächlich ist die Meinung solcher Unternehmer im politischen und medialen Diskurs nicht ausreichend sichtbar. Deshalb haben die Befragten Fragen zu den Änderungen der Richtlinie sowie zu den möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft im Allgemeinen und direkt auf ihre Unternehmen beantwortet.

Foto:Fotolia

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