Kurzinterview: „Die Kunden stehen nicht gegenüber, sie stehen hinter uns und sind die Triebfeder der Entwicklung”

In unserer Kurzinterview-Reihe präsentieren wir, wie Unternehmen aus der Transportbranche die Digitalisierung meistern. Die Interviews finden Sie immer mittwochs auf unserem Portal. Heute kommt Siegfried Hegelmann, Shareholder der Hegelmann Gruppe zu Wort. Er blickt auf die Anfänge der digitalen Transformation im Unternehmen zurück und erzählt, was sich seitens des Staats ändern müsste, damit Digitalisierung in Deutschland besser vorankommt.

Kurzinterview: „Die Kunden stehen nicht gegenüber, sie stehen hinter uns und sind die Triebfeder der Entwicklung”
Hegelmann Gruppe

Natalia Jakubowska, Trans.INFO: Wo haben Sie mit der Digitalisierung im Unternehmen angefangen? Welche Ziele haben Sie sich gesetzt?

Siegfried Hegelmann, Shareholder der Hegelmann Gruppe: Die Digitalisierung hat bei uns schon sehr früh mit der konsequenten Einführung eines ERP Systems (ABONA) begonnen und durch die kontinuierlichen Erweiterung verschiedener Module des ERP Systems kommen wir unserem Ziele die vollumfängliche Abbildung aller Geschäftsprozesse in einem integrierten System immer näher. Alle Mitarbeiter = USER wäre eine einfache Definition.

Was waren die größten Herausforderungen?

Regelmäßig liegen diese in der Implementierung der neuen Systeme. Die Mitarbeiter und insbesondere die Geschäftsführung der unterschiedlichen Bereiche müssen mitspielen.

Sind erste Effekte auf den Geschäftsbetrieb bereits sichtbar? 

Ein einheitlicher ununterbrochener Workflow über viele Länder und Bereiche. Signifikante Reduktion der redundanten Arbeitsleistung, Teilautomatisierung. Absolute Transparenz um es mal kurz zu fassen. In manchen Bereichen hat die Digitalisierung bereits die im Vergleich zu früher um 90% reduziert.

Wie stehen Ihre Kunden Digitalisierung gegenüber?

Die Kunden stehen nicht gegenüber, Sie stehen hinter uns und sind die Triebfeder der Entwicklung. Mittlerweile sind die Daten die mit der Dienstleistung Transport zusammenhängen genauso wichtig wie der physische Transport selbst. Wir sind überall wo unsere Kunden es erlauben über Schnittstellen an deren ERP / TMS Systeme angebunden und tauschen Daten live aus. Ein Kundenportal mit dem Namen „Track und Trace“ rundet die Sache ab indem es allen die keine Integration wünschen die Daten zum Auftrag jederzeit über ein Online Plattform zu Verfügung stellt. Volle Transparenz unserer Prozesse als Selbstverständnis.

Wie sehen die nächsten Schritte Ihrer Digitalisierungsstrategie aus?

Nachdem wir alle Kern und Service Prozesse und die dort entstehenden Daten über ERP und mehrere Apps vollwertig in unsere zentrale Lösung (ABONA ERP) integriert haben, kommen jetzt KI´s zum Einsatz, welche uns helfen mit den Daten schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen oder Fehler die bisher Menschen erkennen mussten aufzudecken und zu korrigieren. Eine wichtige Neuerung die wir aktuell einführen ist die automatische Erkennung von Belegen. Das betrifft die Aufträge der Kunden und Eingangsrechnungen aber auch die automatische Auswertung von CMR Frachtbriefen um hier konkrete Beispiele zu nennen.

Macht der Staat Ihrer Meinung nach genug was den digitalen Wandel betrifft?

Es hängt davon ab welchen Staat Sie meinen (lacht). China zum Beispiel ist sehr aktiv bei der Definition der Zukunft indem es Datenerfassung und KI Auswertung bereits von der Grundschule an und in allen Bereichen fördert. Aus meiner Sicht müsste man in Deutschland deutlich mehr tun um den Anschluss nicht zu verpassen. Konkret muss ich die Kommunikation Infrastruktur kritisieren. Solange wir auf der Autobahn alle 5 Minuten neu wählen müssen weil man in einem Funkloch ist, rückt der Traum vom Autonomen Fahren in weiter Ferne….

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