Neue Lieferketten-Probleme wegen Schiffsstau in Shanghai möglich

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Die Wartezeit für die Shanghai anlaufenden Schiffe hat sich zum Ende des Monats April unter anderem wegen der harten Corona-Maßnahmen auf drei Tage gegenüber März verdreifacht. Das könnte neue Lieferketten-Problemen hervorrufen fürchten Experten.

Neue Lieferketten-Probleme wegen Schiffsstau in Shanghai möglich
Foto: AdobeStock/nmann77

Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) warnt vor neuen Lieferengpässen und steigenen Preisen. Hintergrund seien die harte Zero-Covid-Politik und der Lockdown in Metropolen wie Shanghai.

Derzeit stauen sich Frachtschiffe vor dem größten Hafen der Welt wegen der harten Corona-Maßnahmen in China. Die Shanghai Port Group dementiert jedoch einen völligen Stillstand im weltgrößten Containerhafen und versichert, dass trotz der angespannten pandemischen Lage der Hafenbetrieb aufrechterhalten wird. Das tägliche Umschlagvolumen liege bei 100.000 TEU, was gegenüber dem Vormonat ein Rückgang um knapp 30 Prozent sei.

Die Auswirkungen der ins Stocken gekommenen maritimen Transportketten zwischen Shanghai und dem Hamburger Hafen werden erst in den nächsten Wochen in Hamburg sichtbar werden, teilt der Hamburger Hafen mit.

Deutsche Unternehmen in China arbeiten jetzt schon im Krisenmodus

Die Niederlassungen deutscher Unternehmen in China arbeiten jetzt schon im Krisenmodus und leiden immens unter Lockdowns, Reisebeschränkungen und Unterbrechungen der Lieferketten. Es besteht die Gefahr, dass die nach Corona aufwändig wiederaufgebauten Liefer- und Wertschöpfungsketten mittelfristig nochmals reißen. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft wären lange spürbar. – sagt Wolfgang Niedermark, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung.

Der Krieg in der Ukraine und zudem die aktuelle Situation in China sind eine schwere Belastung für die Weltwirtschaft. Experten rufen die chinesische Regierung umgehend zum Handeln auf.

Es wird immer deutlicher, dass eine Diversifizierung unserer internationalen Verflechtungen dringend in Angriff genommen werden muss, um Anfälligkeiten zu reduzieren. Zum Wohl der Menschen in China und im Interesse ihrer internationalen Handelsbeziehungen sollte die chinesische Regierung umgehend eine Exit-Strategie aus der Zero-Covid-Politik suchen.“ – fährt Niedermark fort.

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