CEO Christian U. Haas über die Rolle der PTV Group bei der humanitären Hilfe für die Ukraine

Die PTV Group stellt Hilfstransportorganisationen einen Teil ihrer Dienstleistungen kostenlos zur Verfügung. Wir sprechen mit CEO Christian U. Haas, um mehr zu erfahren.

CEO Christian U. Haas über die Rolle der PTV Group bei der humanitären Hilfe für die Ukraine
Christian U. Haas, CEO bei PTV Group

Seit Russland letzten Monat in die Ukraine einmarschiert ist, hat die Logistikbranche ihre Talente, Technologien und Ressourcen eingesetzt, um den Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe zu leisten. Unzählige große und kleine Unternehmen haben ihren Teil dazu beigetragen. Dazu gehört auch die PTV Group, die von CEO Christian U. Haas geleitet wird. Zu den Dienstleistungen des Unternehmens gehören ein Return-on-Investment-Rechner für Elektro-Lkw, Forschung im Bereich Smart-City-Lösungen und spezielle Routenplaner für Fuhrparks.

Letzteres wurde für die Zwecke der Hilfslieferung kostenlos zur Verfügung gestellt. Um herauszufinden, wie Einzelpersonen, Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen das Angebot nutzen können, und um etwas über die Komplexität der Hilfsmaßnahmen zu erfahren, haben wir Christian um ein kurzes Interview gebeten.

Hallo Christian, vielen Dank für das Gespräch mit uns. Im Rahmen Ihrer #StandWithUkraine-Kampagne bieten Sie die kostenlose Bereitstellung Ihres Produkts für die Lkw-Routenplanung sowie die Erstellung von optimierten Routenplänen für die Konsolidierung oder Verteilung an. Inwieweit kann dies die Hilfsorganisationen unterstützen und wie können Hilfstransporteure dieses Angebot nutzen?

Wir bei PTV verfügen über mehr als 40 Jahre Erfahrung im Bereich der Logistik. Unsere Kunden planen und optimieren täglich mehr als 30 Millionen Routen mit unserer Software.

Da lag die Idee nahe, dieses Know-how in der aktuellen Situation zur Unterstützung der humanitären Hilfe für die ukrainische Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Kurz gesagt, die Software hilft dabei, die Güter bestmöglich auf die verfügbaren Fahrzeuge zu verteilen. Viele dieser Organisationen haben viele Fahrzeuge, so dass PTV Milkruns zur Konsolidierung der Güter durchführen kann – und dann optimieren wir diese Routen für die LKWs, was ebenfalls Zeit und Kilometer spart.

Wer hat das bisher in Anspruch genommen?

Das Unternehmen hat noch nicht verraten, wer das Angebot in Anspruch genommen hat. Aber unsere Botschaft braucht wahrscheinlich noch etwas Zeit, um die verschiedenen Organisationen zu erreichen.

Macht die aktuelle Situation in der Ukraine eine Routenplanung innerhalb der Landesgrenzen fast unmöglich?

Die aktuelle Routenoptimierung ist sicherlich schwieriger, wenn Straßensperren auftreten. Wenn aber eine geplante Route nicht passierbar ist, sucht die Software schnell nach geeigneten Alternativrouten.

Was unternimmt die PTV Group darüber hinaus im Rahmen ihrer Kampagne #StandWithUkraine?

Im Rahmen dieser Aktion und darüber hinaus stehen wir den Hilfsorganisationen fast jederzeit mit logistischer Beratung zur Verfügung.

Direkt im Kollegenkreis laufen verschiedene Sammelaktionen. Jeder von uns möchte etwas Gutes tun, um die Bedürftigen in der Ukraine zu unterstützen.

Es scheint im Moment eine Reihe von Schwierigkeiten zu geben, die richtige Hilfe an den richtigen Ort und zu den richtigen Menschen zu bringen, was vor allem daran liegt, dass so viele einzelne Akteure beteiligt sind. Gibt es eine Möglichkeit, diese einzelnen Aktionen unter einem Dach zu koordinieren, um die Hilfe optimal zu verteilen?

Natürlich wäre es das Beste, alle Transportdienstleister unter einem Dach zu vereinen, um eine optimale Verteilung der Hilfsgüter zu gewährleisten.

Aber die Planung solcher Hilfslieferungen ist sehr komplex, und die Hilfsgüter sind – zum Glück – so zahlreich, dass es schwierig ist, sie zentral zu verwalten.

Vor allem ist es nicht möglich, dies schnell zu tun. Sicherlich wird es in Zukunft besser organisierte Transporte geben. Im Moment hoffen wir, dass unsere Aktion dazu beiträgt, dass die Hilfsgüter noch schneller zu den Menschen in der Ukraine gelangen und dass die Hilfeleistung besser koordiniert wird.

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