Die Rhenus Gruppe hat ihr erstes eigenes schienengebundenes Terminal in Kasachstan übernommen. Die Anlage liegt in der Region Almaty am Bahnhof Bayserke und firmiert künftig unter dem Namen QAZContargo Almaty Ltd. Damit unterstreicht das deutsche Logistikunternehmen seine Ambitionen entlang der Transkaspischen Internationalen Transportroute (TITR) und stärkt seine Präsenz in Zentralasien.
Multimodaler Knotenpunkt am TITR
Laut Rhenus bietet das Terminal eine direkte Anbindung an nationale und internationale Schienennetze und ist auf wachsende Import-, Export- und Transitvolumina zwischen China, Europa und Zentralasien ausgerichtet. Zu den Leistungen zählen Containerdepot-Dienste, Zolllagerkapazitäten sowie die Abwicklung von Ganzzügen. Auch die Umladung von Schüttgütern aus Waggons in Container ist möglich.
Den operativen Betrieb übernimmt die Contargo Group, ein langjähriger Partner von Rhenus im Bereich Containerlogistik. Mit der Integration des Terminals will Rhenus die Effizienz seiner Supply-Chain-Angebote in der Region steigern.
Zweites Terminal in Zentralasien
Rhenus ist seit 1996 in Kasachstan aktiv und betreibt bereits Niederlassungen in Almaty, Astana und Karaganda. Mit dem neuen Terminal betreibt der Konzern nun seinen zweiten Containerumschlagplatz in Zentralasien. Bereits 2025 wurde gemeinsam mit den Usbekischen Eisenbahnen ein Terminal in Andijon (Usbekistan) in Betrieb genommen.
Markttrends erfordern Flexibilität
Rhenus begründet den Schritt mit der zunehmenden Regionalisierung von Lieferketten und dem Bedarf nach alternativen Routen im Eurasien-Verkehr. Andreas Stöckli, Mitglied des Vorstands der Rhenus Gruppe, sagt:
„Mit dem QAZContargo-Terminal reagieren wir direkt auf die Marktentwicklungen entlang des Transkaspischen Korridors und stärken unsere Fähigkeit, resiliente, intermodale Lösungen anzubieten.”
Die Investition sei Teil einer langfristigen Strategie zum Ausbau robuster Logistikinfrastrukturen in Zentralasien und werde zur Transformation von Lieferketten ab 2026 beitragen, so Stöckli weiter.
Strategischer Kontext: TITR statt Transsib
Die Transkaspische Route, auch Mittlerer Korridor genannt, gewinnt als Alternative zur traditionellen transsibirischen Verbindung zunehmend an Bedeutung. Sie verläuft von China über Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die Türkei nach Europa. Im Vergleich zur nördlichen Route bietet sie laut Branchenkreisen klimatische Vorteile, kürzere Laufzeiten und mehr geopolitische Unabhängigkeit.
Rhenus sieht in dieser Entwicklung neue Chancen für den Schienengüterverkehr und will mit der Stärkung seiner Infrastruktur vor Ort zur Effizienzsteigerung und zur Diversifizierung globaler Liefernetzwerke beitragen.
Standortvorteil für eurasischen Handel
Mit dem Terminal in Bayserke sichert sich Rhenus einen strategisch wichtigen Knotenpunkt entlang des TITR. Die Anlage verbindet Containerumschlag, Zollabwicklung und multimodale Verkehre an einem Ort – ein Vorteil, der in Zeiten instabiler Lieferketten zunehmend an Bedeutung gewinnt.









