Für Speditionen sowie Fahrerinnen und Fahrer auf internationalen Relationen bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit für Anhalte- und Kontrollsituationen steigt, sowohl im Inland als auch bei Transitfahrten durch andere EU-Staaten. Die Massnahmen laufen parallel in mehreren Ländern nach einem gemeinsamen Einsatzkonzept.
Worum es ROADPOL in dieser Woche geht
Im Mittelpunkt der ROADPOL-Kampagne „Alcohol & Drugs“ stehen Unfälle, die auf Alkohol oder andere berauschende Substanzen am Steuer zurückgeführt werden. Neben den Kontrollen sind in vielen Ländern auch präventive und aufklärende Aktionen vorgesehen.
Der Schwerpunkt der Woche wird am 19. Juni erwartet: Dann sollen zusätzliche Streifen im Einsatz sein, und die Kontrollen sollen im Rahmen eines 24-Stunden-„Marathons“ nahezu ohne Unterbrechung laufen. Für Berufskraftfahrer heisst das in der Praxis vor allem mehr Routinekontrollen; Atemalkoholtests können dabei auch ohne auffälliges Fahrverhalten angeordnet werden.
Alkoholgrenzen in Europa: Wo es besonders streng ist
Welche Blutalkoholgrenze gilt, ist in Europa nicht einheitlich geregelt. Beispiele:
- Null-Promille-Regel (0,0): Ein komplettes Alkoholverbot am Steuer gilt unter anderem in Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Ungarn.
- Sehr niedrige Grenze (0,2): Diese strengere Schwelle findet sich unter anderem in Norwegen, Schweden, Estland und Polen.
- Weit verbreiteter Standard (0,5): Am häufigsten gilt diese Grenze für Pkw-Fahrer, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Belgien.
Noch strengere Regeln für Berufskraftfahrer
Für den Strassengüterverkehr ist wichtig: In vielen Ländern gelten für Lkw- und andere Berufskraftfahrer niedrigere Grenzwerte als für private Pkw-Fahrer. Beispiele:
- Deutschland – 0,0 für Berufskraftfahrer (für Pkw gilt 0,5)
- Italien – 0,0 für Berufskraftfahrer (0,5 für Pkw)
- Belgien – 0,2 für Berufskraftfahrer (0,5 für andere)
Drogenkontrollen auf EU-Strassen: Speicheltests im Fokus
Der zweite Schwerpunkt der ROADPOL-Woche sind Drogentests mit mobilen Speichel-Schnelltests. Damit lässt sich innerhalb von fünf bis zehn Minuten ein Hinweis auf Substanzen wie THC (Cannabis), Amphetamine, Kokain oder Opiate feststellen.
Für Fahrer im internationalen Verkehr liegt ein zentrales Risiko in der Nachweisbarkeit: Anders als Alkohol können bestimmte Substanzen – insbesondere THC und Amphetamine – noch mehrere Tage, teils auch länger, im Speichel nachweisbar sein.
In den meisten europäischen Rechtsordnungen gibt es bei Drogen keine starren Grenzwerte wie beim Alkohol. Fällt ein Screening am Strassenrand positiv aus, wird der Fahrer in der Regel festgehalten und zur Blutentnahme ins Krankenhaus gebracht. Vor Gericht wird die Frage, ob eine akute Gefährdung vorlag, anhand einer vollständigen Laboranalyse durch einen zugelassenen toxikologischen Sachverständigen bewertet.









