Studie zur Umsetzung von Mikro-Depots veröffentlicht

Das Verkehrsaufkommen in den Städten steigt – und seit der Corona-Pandemie hat der Lieferverkehr durch Online-Bestellungen weiter zugenommen. Staus, Parkplatzmangel und Umweltbelastungen in den Stadtzentren sind die Folge. Eine mögliche Lösung für diese Probleme ist die Einrichtung von Mikro-Depots: Die Standorte dienen als logistische Basis für Kurier-, Express- und Paketdienstleister. Von dort aus wird die sogenannte letzte Meile, in diesem Fall der Weg vom Mikro-Depot zum Empfänger, mithilfe von umweltfreundlichen Lastenfahrrädern und Elektro-Kleinstfahrzeugen zurückgelegt. Der Verkehr in den Stadtzentren wird so reduziert, genau wie die CO2-Emissionen.

Studie zur Umsetzung von Mikro-Depots veröffentlicht
Fraunhofer IML

Um zu untersuchen, wie Mikro-Depots in den Städten Mönchengladbach, Krefeld und Neuss konkret eingerichtet und erfolgreich betrieben werden können, hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein eine zweiteilige Studie in Auftrag gegeben. Das Fraunhofer IML hat die Studie gemeinsam mit dem Beratungs- und Planungsunternehmen agiplan GmbH durchgeführt und ein Handbuch mit den Ergebnissen veröffentlicht. Es wurde am 24. Juni 2021 von Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst überreicht.

Das Handbuch baut auf der Machbarkeitsstudie zur Entwicklung von Mikro-Depots auf, die 2019 veröffentlicht wurde. Für den zweiten Teil tauschten sich die Wissenschaftler mit Kommunen, Immobilieneigentümern und Paketdiensten aus. In dem Handbuch werden potenziell geeignete Standorte in den einzelnen Städten vorgestellt und wirtschaftlich betrachtet.

»Die Erkenntnisse, die das Projekt zum Betrieb von Mikrodepots am Niederrhein möglich macht, sind für zukünftige Konzepte der effizienten Gestaltung der letzte Meile in der Logistik insgesamt von großer Bedeutung«, sagt Prof. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

»Unsere Studie weist mittelgroßen Städten den Weg, wie sie mit dem intelligenten Einsatz von Mikro-Depots den Warenverkehr auf der letzten Meile effektiv steuern, den Verkehr entlasten und dabei das Klima schonen. Das von uns empfohlene kooperative Betreibermodell holt alle beteiligten kommunalen und privatwirtschaftlichen Akteure ins Boot. Neben den lokalen Unternehmen profitieren die Bürger, die sich über einen geringeren CO2-Ausstoß und ein niedrigeres Verkehrsaufkommen freuen können«, erläutert Dr. Christian Jacobi, Geschäftsführender Gesellschafter der agiplan GmbH.

Finanziert wurde die Studie vom NRW-Verkehrsministerium.

Die Studie »Mikro-Depots im interkommunalen Verbund – Vom Konzept zur Umsetzung« können Interessierte hier herunterladen: www.mittlerer-niederrhein.ihk.de/21493.

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