Ranking der größten Logistikunternehmen in Europa. Wer ist jetzt an der Spitze?

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Die deutschen Unternehmen Deutsche Post DHL und DB führen das von den Analysten des Fraunhofer-Forschungsinstituts erstellte Ranking der Logistikunternehmen in Europa an. Unter den Top 10 befinden sich bereits fünf Reedereien und drei Staatsunternehmen.

Ranking der größten Logistikunternehmen in Europa. Wer ist jetzt an der Spitze?
Wikipedia/Sabas88/CC BY-SA 4.0

Unter den Top 10 der größten europäischen Logistikunternehmen befinden sich drei französische, zwei deutsche, zwei dänische, zwei schweizerische und ein in Belgien registriertes Unternehmen. Das Ranking wurde vom deutschen Fraunhofer-Institut Center for Applied Research on Supply Chain Services erstellt, das sich mit der Forschung und Analyse des Logistikmarkts befasst.

Zwei erste Plätze wurden von Vertretern der größten europäischen Volkswirtschaft – Deutschland belegt. Das größte Logistikunternehmen in Europa war Ende 2020 Deutsche Post DHL. Aus Logistikgeschäften in Europa (auf denen das Ranking basiert) erzielte das Unternehmen über 29 Milliarden Euro. Interessanterweise ist dies nur die Hälfte des weltweiten Umsatzes des Unternehmens Ende 2020 – 58,8 Milliarden Euro.

Auf Platz zwei konnte die Deutsche Bahn landen (Logistikumsatz in Europa von 17,4 Milliarden Euro). Hervorzuheben ist, dass dies vor allem der Tochtergesellschaft DB Schenker zu verdanken ist. Würde man DB Schenker separat zählen, wäre es das drittgrößte Logistikunternehmen in Europa.

Zahlreiche internationale Logistikunternehmen sind im Ranking vertreten. Den dritten Platz sicherte sich das dänische Unternehmen Maersk und das französische CMA CGM (zusammen mit Ceva Logistics gezählt) den fünften Platz. Gleich hinter den Franzosen lagen die Schweizer von Kühne + Nagel. DSV aus Dänemark und ein weiteres Unternehmen aus der Schweiz, MSC, tauchten ebenfalls in den Top 10 auf.

Interessanterweise machen bei fast allen dieser Unternehmen die europäischen Umsätze etwa die Hälfte ihrer weltweiten Umsätze aus. Einzige Ausnahme bildet DSV, dessen in Europa erbrachte Dienstleistungen rund zwei Drittel des weltweiten Umsatzes ausmachen.

Der staatliche Sektor nimmt im Ranking eine starke Position ein. Unter den Top 10 befinden sich neben der Deutschen Bahn auch zwei Unternehmen im Besitz des französischen Staates. Es sind La Poste (die französische Post) auf Platz vier, und die staatliche Eisenbahn SNCF auf Platz acht.

Die Top 10 schließt die in Belgien registrierte europäische Niederlassung des amerikanischen Kurierunternehmens UPS. Mit einem Umsatz von 8,6 Milliarden Euro macht sie nur einen kleinen Teil des weltweiten Umsatzes des Unternehmens von über 68 Milliarden Euro aus.

Die zehn größten europäischen Logistikunternehmen erzielten im Jahr 2020 weltweit einen Umsatz von 283,5 Milliarden Euro. Ihr Umsatz auf dem alten Kontinent betrug weniger als die Hälfte des Gesamtergebnisses (137,9 Milliarden Euro), was den globalen Charakter der meisten dieser Unternehmen widerspiegelt. Im Jahr 2020 beschäftigten die Top-10-Unternehmen insgesamt etwas mehr als 2 Millionen Menschen.

Der Markt wird wieder das Niveau vor der Pandemie erreichen…

Die Analysten vom Fraunhofer Forschungsinstitut haben auch eine Analyse der Logistikbranche auf dem alten Kontinent vorgenommen. Der Gesamtmarktwert im Jahr 2020, als die COVID-19-Pandemie begann, betrug 1,115 Billionen Euro, was einem Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Dies lag auch leicht unter dem Wert von 2018 (1,120 Billionen Euro).

Analysten betonen jedoch, dass die Logistik im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen bei der Pandemie 2020 recht gut abgeschnitten hat. Tatsächlich war der Rückgang der Logistikausgaben im Jahr 2020 deutlich geringer als der Rückgang des BIP in der EU (mit der Schweiz, Norwegen und dem Vereinigtem Königreich), der bei 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr lag.

Die Schätzungen des Branchenumsatzes für 2021 gehen von einem Anstieg von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Damit würden die Ausgaben für Logistikdienstleistungen in Europa rund 1,150 Billionen Euro betragen und leicht unter dem Niveau von 2019 liegen.

…einige Firmen haben dies bereits getan

Fraunhofer hat auch europäische Logistikunternehmen befragt, wann sie mit einer Normalisierung ihrer Geschäftslage rechnen. Ein Drittel der Unternehmen gab an, bereits normal zu arbeiten. Dabei handelte es sich vor allem um Unternehmen aus dem Straßenverkehrssektor, dem KEP-Markt und Unternehmen, die in der Kontraktlogistik tätig sind.

Weitere 28 Prozent erwarteten, dass sie im vierten Quartal 2021 (die Umfrage wurde letztes Jahr durchgeführt) oder im ersten Quartal 2022 in den Zustand vor der Covid-19-Krise zurückkehren würden. Nur 17 Prozent der Befragten erwarten Normalität in der zweiten Hälfte dieses Jahres. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Unternehmen, die Logistikdienstleistungen für einen Wirtschaftszweig anbieten.

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