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Amazon plant großes Cross-Dock-Drehkreuz in Großbritannien – 20 Millionen Artikel pro Woche

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Amazon baut sein europäisches Logistiknetz weiter aus – mit mehr Automatisierung und enger getakteten Warenströmen. In Großbritannien soll dafür ein neues Cross-Dock-Zentrum in Betrieb gehen, das der Konzern nach eigenen Angaben als größte Anlage dieser Art im Land einstuft.

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Der Standort entsteht in Kettering in der Grafschaft Northamptonshire und soll im Herbst eröffnen. Amazon beziffert die Investition auf 500 Mio. £. Die Anlage umfasst rund 900.000 Quadratfuß (etwa 83.600 m2) und ist auf einen Durchsatz von ungefähr 20 Mio. Artikeln pro Woche ausgelegt. Vor Ort sollen mehr als 2.000 dauerhafte Arbeitsplätze entstehen, hinzu kommen mehrere Hundert saisonale Stellen.

Ein Cross-Dock unterscheidet sich von einem klassischen Fulfilment-Center: Im Fokus steht nicht die langfristige Lagerung, sondern das schnelle Weiterleiten. Die Ware wird angeliefert, sortiert und direkt in die nächsten Transportketten überführt – damit Bestände schneller zwischen Lieferanten, Logistikzentren, Frachtpartnern und Kundinnen und Kunden bewegt werden können.

Mehr Tempo im Netzwerk statt mehr Lagerfläche

Kettering ist Teil eines größeren Investitionspakets in Northamptonshire, das Amazon insgesamt mit 1 Mrd. £ beziffert. In der Nähe hat das Unternehmen bereits ein weiteres Fulfilment-Center in Northampton eröffnet – ebenfalls mit einem Investitionsvolumen von 500 Mio. £ und mit über 2.000 geplanten Jobs.

In Northampton setzt Amazon nach eigenen Angaben auf einen hohen Automatisierungsgrad: Über drei Etagen sind dort Tausende „Hercules“-Roboter im Einsatz, die Artikel aus dem Bestand holen und zu den Mitarbeitenden bringen. Das entspricht der Strategie des Konzerns, Fulfilment-Prozesse weiter zu automatisieren.

Die Projekte in Northamptonshire sind wiederum Teil eines größeren UK-Plans. Im Juni 2025 kündigte Amazon an, zwischen 2025 und 2027 insgesamt 40 Mrd. £ in Großbritannien investieren zu wollen. Dazu zählen vier neue Fulfilment-Center, neue Zustellstationen, Modernisierungen in mehr als 100 bestehenden Betriebsgebäuden sowie Investitionen in Transportinfrastruktur und Rechenzentren. Nach Angaben des Unternehmens wurden davon bereits mehr als 15 Mrd. £ umgesetzt.

Zu den weiteren genannten oder bereits gestarteten Vorhaben gehören ein neues Fulfilment-Center in Hull, ein Distributionszentrum in Peterborough (Start im Herbst geplant) sowie eine neue Zustellstation in Stockton-on-Tees.

Auch im Transport setzt Amazon in Großbritannien auf neue Technik: Das Unternehmen startet nach eigenen Angaben den Einsatz von mehr als 160 elektrischen Schwer-Lkw – und spricht von der größten E-Lkw-Flotte innerhalb des globalen Amazon-Netzwerks.

Der Ausbau im Vereinigten Königreich ist allerdings nur ein Baustein der aktuellen Europa-Pläne. Anfang des Monats meldete Amazon Investitionen von mehr als 10 Mrd. €, um das europäische Fulfilment-Netz zu erweitern und zu modernisieren – mit Schwerpunkt auf Robotik, Automatisierung und schnelleren Lieferungen. In den kommenden Jahren sollen dadurch europaweit 25.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Ein Schlüsselelement ist der verstärkte Robotereinsatz in den Logistikzentren. Amazon stellte eine neue Version seines „Proteus“-Roboters vor, die in der ersten Hälfte 2027 nach Europa kommen soll. Reuters berichtete, dass die aktuelle Proteus-Generation bereits an 25 Standorten in den USA genutzt wird; die nächste Generation soll nicht nur in Dock-Bereichen, sondern über Lagerflächen hinweg arbeiten können.

Zusätzlich präsentierte Amazon „STARK“: ein robotisches System zum Handling von Behältern, das zunächst in Barcelona getestet wurde und bis 2027 an 15 europäischen Standorten eingesetzt werden soll.

Dichteres Netz aus Hubs, Robotik und Standorten für Expresszustellung

Parallel baut Amazon sein Netzwerk für besonders schnelle Lieferungen aus. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen europaweit mehr als 25 Standorte für Lieferungen innerhalb weniger Stunden starten – auch in Großbritannien und Deutschland. Das Prinzip: Ausgewählte Artikel werden näher an Kundinnen und Kunden vorgehalten, damit Bestellungen nicht erst am nächsten Tag, sondern teils noch am selben Tag innerhalb weniger Stunden ankommen.

In Großbritannien läuft „Amazon Now“ bereits testweise in Teilen Londons und soll auf Manchester und Birmingham ausgeweitet werden.

Auch einzelne Länderpläne deuten in dieselbe Richtung. In Frankreich will Amazon zwischen 2026 und 2028 mehr als 15 Mrd. € investieren. Genannt werden neue Logistikstandorte, Modernisierungen im bestehenden Netz sowie Investitionen in Cloud und KI. Neue Distributionszentren sollen 2026 in Illiers-Combray, Beauvais und Colombier-Saugnieu eröffnen; später soll Ensisheim gegen Ende 2027 folgen. Insgesamt rechnet Amazon dort mit mehr als 7.000 festen Jobs.

Für Polen hat Amazon Investitionen von mehr als 5 Mrd. € für den Zeitraum 2026 bis 2028 angekündigt. Bestandteil ist ein neues robotergestütztes Fulfilment-Center in Dobromierz (Niederschlesien), das das zwölfte Fulfilment-Center des Unternehmens in Polen werden soll. Reuters bezifferte die Investition für 2026 bis 2028 zudem mit 23 Mrd. polnischen Złoty.

In Österreich hat Amazon mit dem Bau eines neuen Distributionszentrums in Enns in Oberösterreich begonnen. Laut ORF liegt das Projektvolumen bei rund 70 Mio. €, der Betrieb soll im Frühjahr 2027 starten. Der Standort soll den Raum Linz und die Umgebung bedienen; erwartet werden mehr als 100 direkte Arbeitsplätze.

Auch Deutschland war zuletzt Teil der Ausbaupläne: 2024 sprach Amazon von geplanten Investitionen in Höhe von 10 Mrd. €, die Logistik, Cloud-Infrastruktur sowie Forschung und Entwicklung stärken sollen. Damals nannte das Unternehmen zudem 4.000 neue Stellen an drei Fulfilment-Standorten: Horn-Bad Meinberg, Erfurt und Großenkneten.

In Summe zeichnen die Ankündigungen das Bild eines enger verzahnten und stärker automatisierten Amazon-Netzwerks in Europa – mit großen nationalen Knotenpunkten wie Kettering, robotergestützten Fulfilment-Centern, mehr Kapazität in der letzten Meile sowie zusätzlichen Standorten für Same-Day- und Expresszustellungen und neuen regionalen Distributionszentren.

Für den Logistikmarkt bedeutet das: kürzere Lieferzeitfenster, mehr Automatisierung in den Lagern und wachsende Anforderungen an Transportnetze, die schnellere Warenströme zwischen Fulfilment-Centern, Sortierzentren, Zustellstationen und Endkundschaft abbilden können.

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