Ab November entlasten Feederschiffe die Straße

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Der Hamburger Hafen will Terminals entlasten und bei Containerumfuhren anstatt wie bislang LKW, Feederschiffe einsetzten. Die Vorteile und die Funktionsweise erklären die Beteiligten Unifeeder, DAKOSY und die DIHLA DAKOSY Interessengemeinschaft Hamburger Linienagenten (DIHLA).

Ab November entlasten Feederschiffe die Straße
Foto: © Unifeeder/Hamburger Hafen

Täglich finden im Hamburger Hafen im großen Stil Transhipment-Containerumfuhren per LKW statt (Transhipment = Umschlag von Containern zwischen Großcontainerschiffen und Feederschiffen). Dieser Container-Umschlag zwischen Schiffen, die nicht am gleichen Terminal liegen, soll ab dem 1. November 2022 mit Feederschiffen erfolgen.

Um dies zu realisieren haben die dänische Reederei Unifeeder als Initiator, das Hamburger Softwarehaus DAKOSY und die DIHLA DAKOSY Interessengemeinschaft Hamburger Linienagenten (DIHLA) ihre Kräfte gebündelt. Und gemeinsam einen digitalen Prozess geschaffen, der auch die zollrechtliche Behandlung abbildet, um Containerumfuhren zwischen den großen Terminals im Hamburger Hafen per Feederschiffe realisieren zu könnnen.

Zu den angestrebten Zielen der Beteiligten zählen:

  • Entlastung der Hafeninfrastruktur durch weniger LKW-Fahrten zwischen den Terminals,
  • kürzere Wartezeiten an den Terminals und
  • ein damit verbundener geringerer CO2-Ausstoß.

“Durch schiffsbezogene Umfuhren können jährlich mehrere tausend Container von der Straße geholt werden. Jeder Container, den wir über die Wasserstraße bewegen, bedeutet eine Einsparung an C02“, sensibilisiert DIHLA-Geschäftsführer Alexander Geisler.

Diese Terminals sind beteiligt

Die Containerumfuhren per Feederschiff erfolgen zwischen den HHLA-Terminals CTA, CTT und CTB sowie Eurogate, wobei in Kürze auch der Süd-West Terminal sich beteiligen wird. Diese Alternative ist für Pein von besonderer Bedeutung, auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels bei den LKW-Fahrern.

Wir spüren die Auswirkungen der seit Jahren rückgängigen Nachwuchszahlen im LKW-Fahrerbereich. Dies führt stetig zu erheblich fehlenden Umfuhrmöglichkeiten und langen Wartezeiten im Hamburger Hafen“, betont Pein.

Verlagerungschancen von 50 Prozent

Insgesamt zählte der Hafen Hamburg in 2021 etwa 3,3 Mio. TEU Transhipments-Umschläge, wobei nicht jeder Umschlag eine Umfuhr nach sich zieht. Seiten Unifeeder  könnten so bis zu 50 Prozent Container verlagert werden.  „Für diese Containerumfuhren sehen wir ein hohes Verlagerungspotenzial von der Straße auf die Wasserstraße, indem wir unseren bestehenden Schiffsraum nutzen. Als größter Feedercarrier in Nordeuropa haben wir in Hamburg bis zu 85 Terminalanläufe pro Woche und damit ausreichend Kapazitäten, zusätzliche Container auch innerhalb des Hafens zu transportieren“, umreißt Florian Pein, Area Director West and Central Europe bei Unifeeder das Konzept.

Herausforderung war die zollrechtliche Umsetzung

Die Voraussetzungen für den digitalen Prozess und die zollrechtliche Umsetzung der Feederumfuhren haben DAKOSY, DIHLA und Unifeeder gemeinsam geschaffen. „Normalerweise muss ein exportseitiges Zollverfahren abgeschlossen werden, sobald ein Container auf ein Feederschiff verladen wird. Unter Einbeziehung des Zolls haben wir jetzt eine Integrationsfunktion in der Importplattform IMP und der Exportplattform EMP geschaffen, mit der Umfuhren zollrechtlich sauber abgebildet werden können“, vertieft Schwanke.

Das System habe sich bereits im Test bewährt. Unifeeder hat etwa 50 Container pro Monat während der dreimonatigen Pilotphase umgefahren. Somit steht der Verlagerung vom LKW aufs Schiff nichts mehr im Weg.

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