Polizei Burgenland/Facebook (Symbolbild)

Österreich: Lkw-Fahrer mit Karte des Sohnes unterwegs – 59 Verstöße entdeckt

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Bei einer Kontrolle in Österreich haben Beamte einen Fall von Tachografenmissbrauch festgestellt: Ein 73-jähriger Lkw-Fahrer nutzte im digitalen Kontrollgerät nicht seine eigene Fahrerkarte, sondern die seines Sohnes. Dadurch wurden Lenk-, Pausen- und Ruhezeiten nicht der tatsächlich fahrenden Person zugeordnet. Die Polizei dokumentierte 59 Verstöße gegen Sozialvorschriften - ein Hinweis darauf, wie eng korrekte Aufzeichnungen mit der Verkehrssicherheit verknüpft sind.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die Anhaltung erfolgte am Mittwoch, 22. Juli 2026, im Tennengau. Kontrolliert wurde ein in Deutschland zugelassener Sattelzug. Am Steuer saß ein 73-jähriger italienischer Staatsbürger.

Bei der Auswertung der digitalen Daten stellten die Beamten fest, dass im Tachografen eine Fahrerkarte verwendet wurde, die auf den Sohn des Mannes ausgestellt war. Damit spiegelten die Aufzeichnungen nicht die tatsächlichen Tätigkeiten der Person wider, die das Fahrzeug führte.

59 Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten

Im Zuge der Kontrolle wurden insgesamt 59 Verstöße gegen die Sozialvorschriften dokumentiert – darunter Überschreitungen von Lenkzeiten sowie Unregelmäßigkeiten bei Pausen und Ruhezeiten.

Der Fahrer räumte die Verstöße ein. Die Anzeige ging sowohl an die Staatsanwaltschaft Salzburg als auch an die zuständigen Verwaltungsbehörden im Bezirk Hallein.

Die Vielzahl der Feststellungen deutet darauf hin, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelte, sondern um wiederholte Verstöße. Wer eine fremde Fahrerkarte nutzt, verfälscht das Tätigkeitsprofil. So lässt sich nicht mehr verlässlich nachvollziehen, wie lange tatsächlich gefahren wurde, ob Pausen eingehalten wurden und ob die vorgeschriebenen Ruhezeiten stattgefunden haben.

Müdigkeit bleibt ein zentrales Sicherheitsrisiko

Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten sind mehr als eine Formalie. Die Vorgaben sollen verhindern, dass Übermüdung am Steuer zunimmt – und damit Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit sinken.

Zahlen der European Transport Workers’ Federation (ETF) zeigen auf Basis von Befragungen, dass mehr als 60 % der Lkw-Fahrer angeben, regelmäßig übermüdet zu fahren. Bei Busfahrern lag der Anteil bei 66 %.

Noch deutlicher sind die Angaben dazu, wie häufig Fahrer am Steuer einschlafen: Laut ETF ist das jedem dritten Lkw-Fahrer und jedem vierten Busfahrer bereits passiert.

Als Ursachen nennt die ETF unter anderem lange Arbeitszeiten, unregelmäßige Einsatzpläne, zu kurze oder ausfallende Pausen, fehlende geeignete Ruheplätze sowie organisatorischen Druck entlang der Lieferketten.

Eine geliehene Karte ersetzt keine echte Erholung

Livia Spera, Generalsekretärin der European Transport Workers’ Federation, spricht mit Blick auf Berufskraftfahrer von chronischer Müdigkeit als Sicherheitskrise. Die Organisation führt das Problem unter anderem auf lückenhafte Kontrollen, hohen Druck in der Branche und komplexe Subunternehmerstrukturen zurück.

Manipulierte Aufzeichnungen können Verstöße verdecken – die Folgen fehlender Ruhezeiten bleiben jedoch bestehen. Wer zu lange am Steuer sitzt, verliert leichter den Fokus, reagiert langsamer und schätzt Situationen im Straßenverkehr eher falsch ein.

Der Fall aus dem Tennengau zeigt zudem eine Schwachstelle in der Praxis: Ein digitaler Tachograf erfüllt seinen Zweck nur dann, wenn die verwendete Karte tatsächlich zur fahrenden Person gehört.

Wird eine fremde Fahrerkarte eingesetzt, geht es daher nicht nur um fehlerhafte Dokumentation. Dadurch werden Kontrollmechanismen unterlaufen, die sicherstellen sollen, dass Lkw-Fahrer die vorgeschriebenen Pausen und Ruhezeiten einhalten.

Kontrollen und die konsequente Durchsetzung der Vorschriften bleiben damit ein zentraler Baustein der Verkehrssicherheit.

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