Symbolbild – Quelle: Waberer’s International Nyrt

Waberer’s im zweiten Quartal: Lkw-Sparte erst im Juni profitabel

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Waberer’s hat den Umsatz im zweiten Quartal deutlich gesteigert. Höhere Kraftstoff- und fahrerbezogene Kosten belasteten jedoch das operative Ergebnis. Das internationale Transportgeschäft schrieb im ersten Halbjahr weiterhin Verluste und erreichte erst im Juni wieder die Gewinnzone. Vor allem das Versicherungsgeschäft trug zum operativen Ergebnis der Gruppe bei und glich die schwächere Entwicklung im Transport teilweise aus.

Dieser Text wurde vollständig von einem Redakteur verfasst – basierend auf fachlichem Wissen, journalistischer Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Künstliche Intelligenz kam dabei nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Punkte:

  • Der Umsatz stieg im zweiten Quartal um 11,8 %, während das EBIT um 13,9 % zurückging.
  • Der um Wechselkurseffekte bereinigte Nettogewinn sank um 43,6 %.
  • Die EBIT-Marge im Logistiksegment verringerte sich von 4,3 % auf 2,4 %.
  • Das internationale Transportgeschäft verzeichnete im ersten Halbjahr einen Verlust von 1,4 Mio. Euro.
  • Der Eigenfuhrpark arbeitete erst im Juni wieder profitabel.
  • Das Versicherungsgeschäft steuerte mehr als drei Viertel des Konzern-EBIT im ersten Halbjahr bei.
  • Statt des zuvor erwarteten Konzern-EBIT von rund 58 Mio. Euro rechnet das Management nun damit, dass die Kerngeschäfte das Vorjahresniveau erreichen.

Wie aus dem Quartalsbericht von Waberer’s hervorgeht, stieg der Konzernumsatz auf 227 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Plus von 11,8 %. In den ersten sechs Monaten erzielte die Gruppe einen Umsatz von 435 Mio. Euro – 9,4 % mehr als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Das Umsatzwachstum schlug sich allerdings nicht in einem besseren operativen Ergebnis nieder. Das EBITDA lag im zweiten Quartal bei 32,4 Mio. Euro und damit 0,9 % unter dem Vorjahreswert. Das EBIT ging von 18 Mio. Euro auf 15,5 Mio. Euro zurück.

Die EBIT-Marge sank dadurch von 8,9 % auf 6,8 %. Vereinfacht gesagt erwirtschaftete Waberer’s je 100 Euro Umsatz rund 2 Euro weniger operatives Ergebnis als ein Jahr zuvor.

Die direkten Kosten stiegen im Quartal um 15 %. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Kraftstoffpreise und steigende fahrerbezogene Kosten. Auch die Abschreibungen legten um 15 % zu.

Ein Teil des Umsatzplus resultierte zudem aus höheren Preisen und nicht aus größeren Transportmengen. Waberer’s verweist dabei auf automatische Frachtratenanpassungen infolge gestiegener Kraftstoffkosten sowie auf weitere marktbedingte Preiserhöhungen. Diese Maßnahmen erhöhen zwar den Umsatz, verbessern die Rentabilität des Transportgeschäfts aber nicht automatisch.

Internationales Transportgeschäft bleibt im ersten Halbjahr defizitär

Das Logistiksegment setzte im zweiten Quartal 179,6 Mio. Euro um, 9,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das EBIT ging jedoch um 37,9 % auf 4,4 Mio. Euro zurück. Die operative Marge verringerte sich damit von 4,3 % auf 2,4 %.

Als einen wesentlichen Grund nennt das Unternehmen Verzögerungen bei der Entwicklung von Lagerstandorten für externe Kunden. Da daraus keine Erträge aus der Immobilienentwicklung anfielen, lag das Quartalsergebnis um 1,9 Mio. Euro niedriger. Im ersten Halbjahr belief sich der negative Effekt auf 2,7 Mio. Euro.

Die Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche ergibt ein differenzierteres Bild. Die Kontraktlogistik erzielte im ersten Halbjahr ein EBIT von 7,3 Mio. Euro, während die Sparte für internationalen Straßentransport einen Verlust von 1,4 Mio. Euro auswies.

Die Monatszahlen aus der Investorenpräsentation zeigen zwar eine schrittweise Erholung im internationalen Transport. Der Eigenfuhrpark schrieb allerdings erst im letzten Monat des ersten Halbjahres – im Juni – wieder schwarze Zahlen.

Unterstützt wurde die Erholung durch schnellere Anpassungen an die Kraftstoffpreise und durch die Durchsetzung höherer Frachtraten. Gleichzeitig verbesserte sich das von Subunternehmern getragene Speditionsgeschäft sowohl beim Umsatz als auch beim EBIT. Damit trägt der kapitalintensivere Eigenfuhrpark derzeit das größere Ertragsrisiko.

Bereinigter Nettogewinn deutlich schwächer

Auf den ersten Blick zählt der um 36,2 % gestiegene Nettogewinn zu den stärksten Kennzahlen des Berichts. Der ausgewiesene Gewinn nach Steuern stieg von 13,4 Mio. Euro auf 18,2 Mio. Euro.

Diese Entwicklung spiegelt die operative Leistung jedoch nur eingeschränkt wider. Die Aufwertung des Forint gegenüber dem Euro führte zu einem nicht realisierten Währungsgewinn von 11,3 Mio. Euro. Dabei handelt es sich um einen bilanziellen Effekt und nicht um einen entsprechenden Mittelzufluss im Quartal.

Bereinigt um den Währungseffekt belief sich der Nettogewinn lediglich auf 6,9 Mio. Euro – ein Rückgang um 43,6 %. Der bereinigte Nettogewinn für das erste Halbjahr sank um 20,2 % auf 14,2 Mio. Euro.

Versicherung bleibt wichtigste Ergebnissäule

Das Versicherungsgeschäft steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal in Euro gerechnet um 21,5 % auf 47,4 Mio. Euro. Ein Teil dieses Wachstums ist allerdings auf die Aufwertung des Forint zurückzuführen. In der ungarischen Währung erhöhte sich der Umsatz lediglich um 9 %.

Das Segment erwirtschaftete ein EBIT von 11,1 Mio. Euro und damit nur 1,6 % mehr als im Vorjahr. Da der Umsatz deutlich stärker wuchs als der Gewinn, ging die EBIT-Marge von 28,1 % auf 23,5 % zurück.

Im ersten Halbjahr steuerte die Versicherungssparte 20,6 Mio. Euro zum EBIT bei. Der Konzern kam insgesamt auf 26,6 Mio. Euro. Damit trug das Versicherungsgeschäft mehr als 77 % zum Konzern-EBIT bei. Im zweiten Quartal allein lag der Anteil bei 72 %.

Nach Angaben von Waberer’s liefern sich mehrere Wettbewerber auf dem Markt für die verpflichtende Kfz-Haftpflichtversicherung einen aggressiven Preiskampf. Die Versicherer der Gruppe wollen sich an diesem margendruckintensiven Wettbewerb um Kunden nicht beteiligen und konzentrieren sich stattdessen auf Verträge mit höherer Profitabilität.

Management formuliert Jahresausblick vorsichtiger

Das Unternehmen hält grundsätzlich an seinem Ergebnisausblick für 2026 fest, hat ihn jedoch neu formuliert.

Im Bericht zum ersten Quartal hatte das Management erklärt, das konsolidierte EBIT könne rund 58 Mio. Euro erreichen und damit dem Wert von 2025 entsprechen. Im aktuellen Bericht fällt die Aussage zurückhaltender aus: Die Kerngeschäfte Logistik und Versicherung sollen zusammen ein Ergebnis auf Vorjahresniveau erzielen.

Die neue Prognose berücksichtigt die Immobilienentwicklung für externe Kunden nicht. Dieses Geschäft hatte im Vorjahr zum EBIT beigetragen, dürfte in diesem Jahr aber keinen nennenswerten Beitrag leisten. Das ist nicht zwangsläufig als formale Gewinnwarnung zu werten, stellt jedoch ein begrenzteres und vorsichtigeres Ziel dar als die zu Jahresbeginn genannte konkrete Konzernprognose.

Für das zweite Halbjahr erwartet das Management ein EBIT von mehr als 26,6 Mio. Euro und damit ein höheres Ergebnis als im ersten Halbjahr. Als Grundlage für die erwartete Verbesserung nennt das Unternehmen die Erholung im internationalen Transport, höhere Preise sowie eine konsequentere Steuerung von Kosten und Effizienz.

Schulden gestiegen, derzeit aber noch tragbar

Ende Juni belief sich die Nettoverschuldung auf 182,9 Mio. Euro. Zum Jahresende 2025 waren es 157,6 Mio. Euro, ein Jahr zuvor 151 Mio. Euro. Der Nettoverschuldungsgrad stieg von 1,3 auf 1,5.

Werden die frei verfügbaren liquiden Mittel der Versicherungsgesellschaften in die Berechnung einbezogen, ergibt sich eine Nettoverschuldung von 203 Mio. Euro und ein Verschuldungsgrad von 1,7. Diese Werte gelten noch nicht als kritisch, der Trend zeigt jedoch eindeutig nach oben.

Die Bruttoverschuldung stieg innerhalb von zwölf Monaten von 299 Mio. Euro auf 428 Mio. Euro. Hauptgrund war die im März begebene Unternehmensanleihe über 100 Mio. Euro. Bis zum Ende des ersten Halbjahres waren die Mittel noch nicht ausgegeben, sondern in Finanzanlagen investiert. Deshalb erhöhte die Anleihe die Nettoverschuldung bislang nicht.

Waberer’s prüft in vier Ländern mögliche Übernahmen. Angesichts der schwachen Marktbedingungen in Europa suchen die Eigentümer mehrerer Logistikunternehmen nach Käufern. Die Mittel aus der Anleihe könnten daher zur Finanzierung einer möglichen regionalen Akquisitionswelle dienen.

Geschäft insgesamt stabil, aber Margen unter Druck

Insgesamt steht Waberer’s stabiler da, als der Verlust im internationalen Transportgeschäft im ersten Halbjahr vermuten lässt. Das zweite Quartal entwickelte sich deutlich besser als das erste, die Kontraktlogistik blieb robust und die Versicherungssparte lieferte weiterhin hohe und vergleichsweise planbare Gewinne.

Das Umsatzplus von 12 % und der Anstieg des ausgewiesenen Nettogewinns um 36 % verdecken jedoch mehrere wichtige Entwicklungen: Die Margen gingen zurück, der bereinigte Gewinn sank und der Eigenfuhrpark erreichte erst zum Ende des ersten Halbjahres wieder die Gewinnzone.

Hohe Kraftstoffpreise und die Aufwertung des Forint gegenüber dem Euro haben die Ertragskraft der Gruppe im ersten Halbjahr spürbar belastet. Gleichzeitig haben die zuvor eingeleiteten Maßnahmen – darunter neu verhandelte vertragliche Kraftstoffklauseln und Termingeschäfte zur Absicherung von Währungspositionen – die Auswirkungen deutlich abgefedert. Daher sollten diese Faktoren im weiteren Jahresverlauf kein erhebliches zusätzliches Risiko für uns darstellen, erklärte Zsolt Barna, Chairman und CEO der Waberer’s Group.

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